Bettelbrief; das ist mein voller Ernst.
Sehr geehrter Millionär oder gern auch Milliardär
(...spielt denn das noch eine Rolle, mal abgesehen vom Verwaltungsaufwand?).
Träumst Du nicht seit Deinen ersten 10'000 davon, ein grossgekotzter Mäzen zu sein? Nun, einen solchen suche ich. Mit einem Monatsgehalt von sagen wir sFr. 2970.- plus Sozialversicherung wäre ich vollauf zufrieden. Bestimmt darf ich Dich Mitte Monat auch anpeilen, wenn ich feststelle, dass es nicht gereicht hat. Dies wäre selbstverständlich mit keinerlei Gegenleistung meinerseits verbunden. Ich werde schreiben, was ich kann, wann ich kann, wo ich kann, wie ich kann (denn von Wollen will keine Rede sein! Von "Marktanpassung" schon gar nicht). Vielleicht zöge ich auch hin und wieder über diesen Teufel her, der immer nur auf Deinen Haufen scheisst. Dadurch fiele Dir kein Zacken aus der Krone, im Gegenteil. Weil Erfolg für mich nichts weiter bedeutet als ein volles Tintenfässchen, ein lichter Moment und ein halbvoller Kühlschrank (schon wieder: drohendes Gähnen!!), kann ich Dir nicht versprechen, dass ich mich jemals erkenntlich zeigen noch dass ich dereinst werbewirksam werde - letzteres sowieso nur über meine Leiche. Ein Mäzen ist kein Sponsor, versteh mich recht. Wir sind hier schliesslich nicht im 21. Jahrhundert! Du kannst von mir NICHTS erwarten, keinerlei Gegenleistung - man kann das nicht oft genug wiederholen -, aber das ist ja gerade das Heroische daran. Jeder wünscht sich, jemandes letzte Rettung und Zweite Hilfe zu sein. Nichts hievt einen höher auf die Himmelsleiter als die karitative Anwandlung (Solidarität? Sympathischer; die wird aber nur von denen praktiziert, die selbst zuwenig haben; nein nein, gib Du mir, damit ICH solidarisch sein kann!).
Bist Du auch begeistert von meinen Vorstellungen, dann sende Deine vollständige Bewerbung mit einer ersten Zahlung in bar an Chiffre ***** - auf dem Postamt erfragen, nichts ist umsonst!
PS. Nicht wahr, es ist offensichtlich, warum Du ein Millionär bist und ich nicht. Es mangelt mir an Phantasielosigkeit, deshalb bin ich unfähig, 60 Stunden pro Woche ein Bankgeheimnis zu bewirtschaften.
(...spielt denn das noch eine Rolle, mal abgesehen vom Verwaltungsaufwand?).
Träumst Du nicht seit Deinen ersten 10'000 davon, ein grossgekotzter Mäzen zu sein? Nun, einen solchen suche ich. Mit einem Monatsgehalt von sagen wir sFr. 2970.- plus Sozialversicherung wäre ich vollauf zufrieden. Bestimmt darf ich Dich Mitte Monat auch anpeilen, wenn ich feststelle, dass es nicht gereicht hat. Dies wäre selbstverständlich mit keinerlei Gegenleistung meinerseits verbunden. Ich werde schreiben, was ich kann, wann ich kann, wo ich kann, wie ich kann (denn von Wollen will keine Rede sein! Von "Marktanpassung" schon gar nicht). Vielleicht zöge ich auch hin und wieder über diesen Teufel her, der immer nur auf Deinen Haufen scheisst. Dadurch fiele Dir kein Zacken aus der Krone, im Gegenteil. Weil Erfolg für mich nichts weiter bedeutet als ein volles Tintenfässchen, ein lichter Moment und ein halbvoller Kühlschrank (schon wieder: drohendes Gähnen!!), kann ich Dir nicht versprechen, dass ich mich jemals erkenntlich zeigen noch dass ich dereinst werbewirksam werde - letzteres sowieso nur über meine Leiche. Ein Mäzen ist kein Sponsor, versteh mich recht. Wir sind hier schliesslich nicht im 21. Jahrhundert! Du kannst von mir NICHTS erwarten, keinerlei Gegenleistung - man kann das nicht oft genug wiederholen -, aber das ist ja gerade das Heroische daran. Jeder wünscht sich, jemandes letzte Rettung und Zweite Hilfe zu sein. Nichts hievt einen höher auf die Himmelsleiter als die karitative Anwandlung (Solidarität? Sympathischer; die wird aber nur von denen praktiziert, die selbst zuwenig haben; nein nein, gib Du mir, damit ICH solidarisch sein kann!).
Bist Du auch begeistert von meinen Vorstellungen, dann sende Deine vollständige Bewerbung mit einer ersten Zahlung in bar an Chiffre ***** - auf dem Postamt erfragen, nichts ist umsonst!
PS. Nicht wahr, es ist offensichtlich, warum Du ein Millionär bist und ich nicht. Es mangelt mir an Phantasielosigkeit, deshalb bin ich unfähig, 60 Stunden pro Woche ein Bankgeheimnis zu bewirtschaften.
La Tortuga - 18. Aug, 22:37








