18
Feb
2008

Tortuga und die Nationalbank

Gesundheit ist nicht das höchste Gut, genausowenig wie Geld oder Glück (was, wenn man ersteres nicht hat, dasselbe ist). Das ist ein überaus arrogantes, zynisches, unreflektiertes Dogma (welches Dogma ist das nicht) einer winzigen Gruppe von Leuten, die gesund und reich sind. Ja, reich auch, denn wer wirklich arm ist, wird Gesundheit kaum als höchstes Gut ansehen, sondern sich eine Hand abhacken oder ein Auge ausstechen, um erfolgreicher zu betteln. Die Widersprüche sind offensichtlich. Die gleichen Leute, die posaunen: "Gesundheit ist das höchste Gut" und "Geld macht nicht glücklich", behaupten auch immer wieder, Behinderte seien lebensfreudiger, Krankheiten hätten einen tiefen Sinn und Arme seien die fröhlichsten Menschen überhaupt. Natürlich ist auch jeder seines eigenen Glückes Schmied; noch mehr Widersprüche: warum gibt es also überhaupt noch welche, die freiwillig gesund und reich bleiben?!
Tortugas Welt: Gesundheit ist ein Luxusgut, bis zu einem gewissen Grad für Geld zu kaufen, insgesamt aber ein völlig zufällig über die Menschheit verteiltes Accessoire. Geld ist ebenso zufällig einfach irgendwie in die Sparschweine gelangt und neigt zu Kurzschlüssen, weil es immer auf der radiusschwächsten Bahn dem Weg des geringsten Widerstands nachkreist. Glück ist, vor allem wenn man schon gegessen hat, überwiegend Quatsch. Ich bin meines Glückes Schmied, ich habe jetzt im Keller eine Werkstatt, wo ich Nägel und Schrauben einschmelze und im Brezeleiesen zu Münzen präge. Hufeisen wären natürlich auch geil, man könnte darin Quatsch auffangen!, aber ich bin halt ein Pragmat. Das höchste Gut ist, es fällt mir immer auf, nachdem ich einen humorlosen, gehässigen Text wie diesen geschrieben habe: Humor. (Man kann ihn mit den von der Nationalbank gepressten Münzen nicht kaufen.)
Pituffik

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Zuletzt aktualisiert: 19. Aug, 21:53

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