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    <title>Notizen aus Kangerlussuaq (Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.)</title>
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    <description>Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.</description>
    <dc:publisher>La Tortuga</dc:publisher>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:date>2009-11-19T20:29:52Z</dc:date>
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    <title>Notizen aus Kangerlussuaq</title>
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  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6051592/">
    <title>Der Mann, der nicht zu pissen wagte</title>
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    <description>The pleasantest dotage that I ever read, saith Laurentius, was of a gentleman at Senes in Italy, who was afraid to piss, lest all the town be drowned; the physicians caused the bells to be rung backward, and told him the town was on fire, whereupon he made water, and was immediately cured. Another supposed his nose so big that he should dash it against the wall if he stirred; his physician took a great piece of flesh, and holding it in his hand pinched him by the nose, making him believe that flesh was cut from it. Forestus, &lt;i&gt;Obs. lib. I&lt;/i&gt;, had a melancholy patient who thought he was dead; &quot;he put a fellow in a chest, like a dead man, by his bed&apos;s side, and made him rear himself a little, and eat: the melancholy man asked the counterfeit whether dead men use to eat meat? he told him yea; whereupon he did eat likewise and was cured.&quot;&lt;br /&gt;
Lemnius,&lt;i&gt; lib. 2, cap. 6, de 4 complex.&lt;/i&gt;, hath many such instances, and Jovianus Pontanus,&lt;i&gt; lib. 4, cap. 2&lt;/i&gt;, of Wisdom, of the like: but amongst the rest I find one most memorable, registered in the French chronicles, of an advocate of Paris before mentioned, who believed verily he was dead, etc. I read a multidude of examples of melancholy men cured by such artificial inventions.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Robert Burton: The Anatomy of Melancholy, Second Partition (The Cure of Melancholy) - Help from friends by counsel, comfort, fair and foul means, witty devices, satisfaction, alteration of his course of life, removing objects, etc.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Postalberatung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-19T20:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6048348/">
    <title>innocent passage</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6048348/</link>
    <description>Gespenstisch leer im Warenhaus. Unten wuselt das Kind um die Regale und stopft sich die Taschen mit Kettchen und Ohrringen voll. Die Grossmutter hat kapituliert. Sie steht einige Meter vor mir auf der Rolltreppe, fährt nach oben, blickt nicht zurück. Ich starre auf ihren Rücken und denke: sie hat es schwer.&lt;br /&gt;
Sie dreht sich um zu mir und sagt: wissen Sie, ich habe es schwer! Mein Mann ist gestorben und ich bin allein mit den Enkelkindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;innocent passage&lt;/i&gt;: friedliche Durchfahrt. Aus dem Seefahrtsrecht.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Nachtexpress</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-17T21:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6044832/">
    <title>Das Postamt Kangerlussuaq gratuliert</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6044832/</link>
    <description>mit einem Jahr Verspätung (zuweilen frieren halt die Telegraphen-Drähte ein, und manche Landwirte sind viel zu bescheiden, um grosse Siege mitzuteilen), aber deshalb keinen Deut weniger herzlich, umso mehr, als die Postamtbelegschaft ohne die megalomanen Wurstpakete des Beglückwünschten letzten Winter hungers umgefallen wäre!:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Walter Bühler und seiner Familien- und Metzgerequippe vom &lt;a href=&quot;http://www.langerlen.ch/index.html&quot;&gt;Bauernhof Langerlen&lt;/a&gt; auf dem  finstern finstern Schwarzenberg zum Preis des &lt;a href=&quot;http://vbl.org/&quot;&gt;Vereins zur Förderung des Ansehens der Blut- und Leberwürste&lt;/a&gt; in der Metzgete-Saison ... letzten Jahres eben (&lt;a href=&quot;http://www.langerlen.ch/Hoechstnoten.pdf&quot;&gt;der Pressebericht&lt;/a&gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für dieses Jahr drücken wir die Daumen und sind selbstverärgert, dass wir uns nicht rechtzeitig zum Gelage angekündigt haben. Mögen die Schwarzenberger Schweineeinzelteile wiederum die Höchstnoten für Oralhaptik und Munderotik ergattern!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasset uns in Ehrfurcht vor dem edlen Metzgerhandwärch die &lt;a href=&quot;http://vbl.org/hymne.php&quot;&gt;Blut- und Leberwursthymne&lt;/a&gt; anstimmen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Heil Dir, geliebtes Schwein&lt;br /&gt;
Heil Dir, Blutwurstverein&lt;br /&gt;
Sanguophilie;&lt;br /&gt;
Ehre der Leberwurst&lt;br /&gt;
und dem saumäss&apos;gen Durst.&lt;br /&gt;
Ehre der VBL- Kunst&lt;br /&gt;
und des Keilers Brunst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Melodie: Heil Dir Helvetia&lt;br /&gt;
(feierlich, würdig)&lt;/cite&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Carnivorschriften</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-15T18:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6037127/">
    <title>Michael Ende über Schildkröten</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6037127/</link>
    <description>Rübergezwackt vom&lt;a href=&quot;http://www.thienemann.de/me/schildkroeten.htm&quot;&gt; Thienemann Verlag&lt;/a&gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;cite&gt;Man hat mich des öfteren gefragt, warum fast in jedem meiner Bücher eine Schildkröte vorkommt. Ich muss zugeben, dass mir diese Tatsache selbst erst durch die Frage auffiel.&lt;br /&gt;
Eigentlich hat sich die jeweilige Schildkröte (Uschaurischuum, Morla, Kassiopeia, Tranquilla usw.) sozusagen immer ganz von selbst eingestellt, ohne meine Absicht. Aber vielleicht können einige Hinweise auf die Bildersprache der Mythen und Märchen die Frage wenigstens teilweise beantworten.&lt;br /&gt;
In der Weltmythologie wimmelt es ja geradezu von Schildkröten. Der Noah der nordamerikanischen Indianer z.B. rettet sich nicht wie der biblische in einem Schiff, sondern auf dem Rücken einer riesigen Wasserschildkröte mit seiner Familie über sie Sintflut. Im indischen Mythos steht die Welt auf dem Panzer einer kosmischen Schildkröte. Wenn man das I-Ging, das chinesische &quot;Buch der Wandlungen&quot;, aufschlägt, so wird man finden, dass die 64 Ur-Hexagramme, von denen, wie es heißt, alle Schriftzeichen abstammen, von einem vorgeschichtlichen Weisen aus den Mustern auf den einzelnen Platten eines Schildkrötenpanzers abgelesen worden sind. (Wer Momo gelesen hat, wird sich hier vielleicht an Kassiopeias Mitteilungshinweise erinnert fühlen.) Die Beispiele sind fast beliebig vermehrbar.&lt;br /&gt;
Was mir persönlich an Schildkröten (ich spreche hier von der mediterranen Landschildkröte) so besonders sympathisch ist, das ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;1. ihre vollkommene Nutzlosigkeit.&lt;/b&gt; Schildkröten haben weder Freunde noch Feinde in der Natur (außer dem Menschen, versteht sich, der ja inzwischen der gefährlichste Feind aller Kreatur geworden ist, aber ist kein &quot;natürlicher&quot; Feind). Sie nützen niemand und sie schaden niemand. Sie sind einfach da. Das scheint mir in einem Weltbild wie dem gegenwärtigen, in dem alles in der Natur vom Nützlichkeitsstandpunkt aus erklärt wird, eine bemerkenswerte und tröstliche Tatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;2. ihre Bedürfnislosigkeit.&lt;/b&gt; Schildkröten können mit fast nichts existieren. Täglich ein paar Blättchen, damit kommen sie über Wochen und Monate aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;3. ihr Alter.&lt;/b&gt; Ich meine damit nicht nur, dass sie im einzelnen sehr alt werden können, sondern das Alter ihrer Spezies. Es hat sie schon gegeben, als der Mensch noch in Abrahams Wurstkessel schwamm, und es wird sie vermutlich noch geben, wenn wir längst wieder abgetreten sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;4. ihr Gesicht.&lt;/b&gt; Haben Sie einer Schildkröte schon mal direkt ins Gesicht gesehen? Sie lächelt. Sie scheint etwas zu wissen, was wir nicht wissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;5. ihre Form.&lt;/b&gt; Dies ist der am schwersten zu erklärende Punkt, weil er dem gegenwärtigen Denken ungewohnt ist: Wenn man eine Schildkröte einmal nicht anatomisch, sondern symbolisch betrachtet, also das ins Auge fasst, was ihre Gestalt ausdrückt, dann hat man es eigentlich mit einer wandelnden Hirnschale aus Horn zu tun. Die Hirnschale spielt in den Mythen der Welt ebenfalls eine bedeutsame Rolle. Nach der Edda wurde das gestirnte Himmelsgewölbe aus der Hirnschale des Ur-Eisriesen gebildet. In der Hirnschale befindet sich die Fontanelle, eine kleine Öffnung nach oben, die beim neugeborenen Kind noch für eine kurze Weile offen bleibt und sich dann nach und nach schließt. Das ist die Erinnerung des physischen Leibes, so sagen einige Quellen des alten Wissens, an eine Ur-Zeit, in der diese Fontanelle des Menschen sein Leben lang offen blieb. An dieser Stelle befand sich ein Organ (man kann seine eigentümliche Form noch jetzt an allen Buddha-Statuen als &quot;Frisur&quot; sehen), mit dem der Mensch wie träumend über die Welt von Raum und Zeit hinaus, also jenseits des Himmelsgewölbes, wahrzunehmen vermochte. Die Inder nennen es den &quot;tausendblättrigen Lotos&quot;. Vielleicht sind sogar unsere Königskronen noch eine, inzwischen unbewusste, Nachbildung dieses Organs.&lt;br /&gt;
Bei den Schildkröten ist die Schale geschlossen. Das denkende Ich ist mit sich allein und wird sich seiner selbst bewusst. Mit anderen Worten: &quot;Sie trägt ihre eigene kleine Zeit in sich.&quot;&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An erster Stelle die &lt;cite&gt;vollkommene Nutzlosigkeit&lt;/cite&gt;! Allein das wäre einen Orden wert (für Ende &lt;i&gt;und&lt;/i&gt; die Schildkröten). Anzufügen wäre (Auswahl): Schildkröten sind so zäh und dauerhaft, weil sie &lt;i&gt;keinen&lt;/i&gt; Sport treiben, den Energieverbrauch so gering wie möglich halten und nicht so nervös herumhypern wie die meisten anderen Tiere (insbesondere die Menschen). Sie tragen die Rippen, also die Fassreifen des Herzens, aussen, und keiner merkts. Niemand strahlt so charmant &quot;lasst mich einfach in Ruhe&quot; aus wie eingepanzerte Schildkröten. Sie veranstalten bei der Paarung den lustigsten Lärm, der je ein menschlich Ohr erreicht. Sie sind - vor allem auch als Spezies - unerhört stur. Immens anachronistisch und endlos erfolgreich, obwohl sie das Konzept &quot;Erfolg&quot; gar nicht erst verstehen wollen. Schildkröten sind die Zier jedes Sultansgartens, der Trost trauriger alter Frauen und die Lehrmeister der Einsiedler. Und sie haben Tausenden Seeleuten das Leben gerettet ... aber zu welchem Preis.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Postbestiarium</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-10T21:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6031758/">
    <title>Flatulenztherapie mittels Blasebalgklistier</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6031758/</link>
    <description>Empirics have a myriad of medicines, as to swallow a bullet of lead, etc., which I voluntarily omit. Amatus Lusitanus, &lt;i&gt;cent.&lt;/i&gt; 4, &lt;i&gt;curat.&lt;/i&gt; 54, for an hypochondriacal person that was extremely tormented with wind, prescribes a strange remedy. Put a pair of bellows&apos; end into a clyster pipe, and applying it into the fundament, open the bowels, so draw forth the wind, &lt;i&gt;natura non admittit vacuum&lt;/i&gt; [nature does not allow a vacuum]. He vaunts he was the first invented this remedy, and by means of it speedily eased a melancholy man. Of the cure of this flatuous melancholy, read more in Fienus, &lt;i&gt;de flatibus, cap.&lt;/i&gt; 26, &lt;i&gt;et passim alias&lt;/i&gt; [and elsewhere &lt;i&gt;passim&lt;/i&gt;].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Robert Burton: The Anatomy of Melancholy, Second Partition (The Cure of Melancholy) - Cure of the Hypochondriacal Melancholy - Correctors to expel Wind. Against Costiveness, etc.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Postalberatung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-07T17:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6028146/">
    <title>Märchen zum Geburtstag</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6028146/</link>
    <description>Eine (professionelle!) Märchenerzählerin kam in die Stadt, um Erwachsenen &quot;Märchen für Erwachsene&quot; zu erzählen und anschliessend besorgten Eltern Auskunft zu geben über quälende Fragen (Sind denn Märchen noch zeitgemäss? Fürchten sich Kinder nicht vor Märchen?). Ja, Märchen sind aktueller denn je. Nein, Kinder fürchten sich nie vor Märchen. Märchen für Kinder müssen ein Happy End haben. Märchen für Erwachsene dürfen ohne Happy End ausgehen. - Ich war nicht selbst dabei. Ich gebe hier nur wieder, was ein Journalist über den Anlass schrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann machte die Zeitung noch eine Strassenumfrage: Welches ist Ihr Lieblings-Märchen? (Ich kürze die Zitate.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Junge Frau: &quot;Aschenputtel fand ich zum Beispiel toll. Im Aschenputtel-Film tragen alle so schöne Kleider.&quot;&lt;br /&gt;
Mann mittleren Alters: &quot;Vielleicht Rössli Hü.&quot;&lt;br /&gt;
Ältere Frau: &quot;Als Kind gefiel mir Aschenputtel sehr gut. Über dieses Mädchen wurde auch ein schöner Film gedreht.&quot;&lt;br /&gt;
Junger Mann: &quot;Peter Pan gefiel mir als Kind am besten. Dieses Märchen wurde von Walt Disney auch verfilmt. Den Film sehe ich mir heute noch gerne an.&quot;&lt;br /&gt;
Frau mittleren Alters: &quot;Max und Moritz haben mich immer fasziniert.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zufälligerweise las ich gestern eine literaturwissenschaftliche Abhandlung, in der Michael Endes &quot;Theorie&quot; demontiert wird, dass die Grenzziehung zwischen Phantastik und Realismus künstlich und obsolet sei (es ist ja nicht eigentlich eine kopfgeborene Theorie, sondern Einsicht und Erfahrung). Es wird dann akribisch sortiert nach &quot;Fiktionalität&quot;, &quot;Phantastie&quot;, &quot;Phantastischem&quot; und &quot;Fantastik&quot; (man beachte auch die Ph- bzw. F-Schreibung). Die Philosophen liefern beispielsweise die exakte Definition für &quot;Phantasie&quot;, okay, auf irgendwas muss man sich einigen (obwohl Kant vielleicht nicht grade der einzige ist, der eine solche Definition formuliert hat), und überhaupt, schon klar, dass die Literaturwissenschaftler sowas tun müssen. Sie leben schliesslich von ihren Kategorien. Es wird sogar die bange Frage gestellt, ob es nicht wichtig wäre, die Kinder ganz früh an die &quot;exstentiellen Probleme der Realität&quot; heranzuführen anstatt sie mit Geschichten zuzumüllen. Ja  ja, Literaturwissenschaftler müssen das tun. Und Pädagogen und Diktatoren und Wirtschaftsführer. Ich gebe zu, dass ich die Abhandlung nicht fertiggelesen habe (ich glaub es ist ein ganzes Buch). Ich möchte aber mal fragen, ob es nicht vielleicht &quot;ein existentielles Problem der Realität&quot; ist, dass ... (ich führs jetzt nicht aus. Jeder, der Kangerlussuaq kennt, hats schon 100x gehört). Und ein grosses Problem ist, das würden doch wohl auch die Literaturwissenschaftler zugeben, dass keiner mehr weiss, was ein Märchen ist, und dass Disney die &quot;Auslegung&quot; (wenn man das so nennen darf) für sich gepachtet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Aussagen der Umgefragten sei noch ergänzt:&lt;br /&gt;
&quot;Rössli Hü&quot; ist eines der schönsten Geschichten überhaupt. Ohne Rössli Hü wäre ich vielleicht so &lt;i&gt;erwachsen&lt;/i&gt; geworden wie professionelle Märchenerzählerinnen oder Literaturwissenschaftler (hahaa! ich hör mir die &lt;i&gt;Kassetten&lt;/i&gt; heute noch an!).&lt;br /&gt;
Der Peter-Pan-Freund sagte ausserdem: &quot;Wenn ich mal Kinder habe, werde ich ihnen Geschichten vorlesen.&quot; - Das ist einer der Wenigen, dem man die Lizenz zur Fortpflanzung erteilen darf. Sofern er sich daran hält. Sofern er den Kindern beim Gutenachtkuss nicht sagt, das seien &quot;&lt;i&gt;nur &lt;/i&gt; Geschichten&quot;. Sofern er nicht nur den Kindern vorliest. Auch die Unterscheidung zwischen &quot;Kind&quot; und &quot;Erwachsener&quot; ist künstlich und obsolet. Menschen sind doch Menschen, wir haben nur nicht alle am selben Tag Geburtstag.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Sorgenbriefkasten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-05T10:43:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6023228/">
    <title>Witwe werden</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6023228/</link>
    <description>Mein Nimbus schillert noch nicht bunt genug. Der reicht keine 3x um die Hüfte herum. Deshalb will ich (unter anderem) Witwe werden. Es soll aber niemand zu diesem einzigen Zwecke zu Tode kommen. Über Leichen gehen - denn das gehört zum Nimbus - kann ich ja trotzdem: ich werde einen Toten heiraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Fragen an die Justiz:&lt;/i&gt; das geht recht unkompliziert, oder? Muss der Bräutigam persönlich auf dem Zivilstandsamt erscheinen? Kann allenfalls ein gesetzlicher Vertreter (z.B. sein Urururenkel) an seiner Statt unterschreiben? Ist der Bräutigam rechtlich gesehen Witwer und somit wieder heiratsfähig, obwohl seine ebenfalls tote erste Ehefrau nach ihm gestorben ist? Wie bekomme ich mein Erbteil von den bisherigen Erben (z.B. Urururenkeln) zurück? Erhalte ich durch die Heirat automatisch seine Staatsbürgerschaft?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Fragen des Benimm:&lt;/i&gt; die Sympathie ist zweifellos gegenseitig; aber in seinem Zeitalter ist es bestimmt ein no-go, dass die Frau den Antrag macht. ... Soll ich trotzdem?! (Ich fürchte drum, dass &lt;i&gt;ihm&lt;/i&gt; die Idee noch nicht gekommen ist; soll ich denn ewig warten?) Muss ich den Bräutigam wirklich küssen? Wo schaufle ich unauffällig sein Stück Hochzeitstorte hin?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Weitere Fragen an die Justiz:&lt;/i&gt; Ist seine erste Ehefrau mir wieder gleichgestellt, sobald ich sterbe? Wird unser Gemahl dann zum illegalen Bigamisten? Dürfen wir ihn im Gefängnis besuchen? Kann ich mich notfalls (lebend oder tot) von einem Toten scheiden lassen? Kann ich, wenn ich tot bin, einen Lebenden heiraten?</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Postalberatung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-02T14:06:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6020771/">
    <title>Die Dimensionen der Hölle</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6020771/</link>
    <description>Franciscus Ribera, &lt;i&gt;in cap. 14 Apocalyps.&lt;/i&gt;, will have hell a material and local fire in the centre of the earth, 200 Italian miles* in diameter, as he defines it out of those words, &lt;i&gt;Exivit sanguis de terra . . . per stadia mille sexcenta&lt;/i&gt; [blood came out of the earth for 1,600 furlongs**], etc. But Lessius, &lt;i&gt;lib. 13 de moribus divinis, cap. 24&lt;/i&gt;, will have this local hell far less, one Dutch mile*** in diameter, all filled with fire and brimstone; because, as he there demonstrates, that space, cubically multiplied, will make a sphere able to hold 800,000 millions of damned bodies (allowing each body six foot square****), which will abundantly suffice; &lt;i&gt;cum certum sit, inquit, facta subductione, non futuros centies mille milliones damnandorum&lt;/i&gt; [since it is beyond question that, after proper substraction is made, there will not be 100,000 millions damned].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Robert Burton: The Anatomy of Melancholy, Second Partition (The Cure of Melancholy) - Air rectified. With a digression of the Air&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sternchen von mir eingefügt. Damit man sich das mal vorstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* italienische Meile: ca. 1,85 km (x 200: Höllendurchmesser 370 km)&lt;br /&gt;
**furlong: &quot;Furchenlänge&quot;, 201,17 m (x 1&apos;600: fast 322 km lange blutende Erdwunde)&lt;br /&gt;
*** holländische Meile: ca. 5,84 km (knapp 6x mein Schulweg als Höllendurchmesser)&lt;br /&gt;
**** Quadratfuss: ca. 0,09 qm (6 Quadratfuss: etwas mehr als ein halber Quadratmeter für jeden verdammten Körper)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;claustrophobia!!!&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Fremdefedern</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-31T18:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6012114/">
    <title>Die frohe Botschaft:</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6012114/</link>
    <description>DAS HIGGS-BOSON IST GEFUNDEN!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es rollte schon die ganze Zeit unter meinem Bett herum. Und ich dachte, ich hätte bloss einen Poltergeist zu Gast.&lt;br /&gt;
Jetzt verrate ich natürlich keinem, wie das Teil aussieht und was es so den lieben langen Tag macht (nicht zu reden von der Nacht!). Derweil erpresse ich vom CERN Lösegeld. Oder präziser - da es denen ja gar nicht entlaufen, sondern mir aus freien Stücken zugekullert ist - ich verhandle über die Bedingungen der Auslieferung. Ich bin eine gemachte Frau! Erst noch eine mit Nobelpreis für Physik.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Botendämmerung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-26T19:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6009072/">
    <title>Der Weg ist der Weg.</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6009072/</link>
    <description>Wege sind notwendige Übel. Mit irgendwas muss man halt die knappe Zeit um die Ecke bringen. Ziele sind was für Anfänger. Welcher Frust, wenn man nie ankommt, und welche vermaledeite Depression wenn doch. Ziele, die man gar nicht erst erreichen will - denn nichts anderes propagiert ja die abgedroschene hochexoterische Binsenlüge - sind was für Komplettdeppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Intensive Trotzphase gegen hohle Sprüche, die man einfach nicht mehr hören kann. Offenbar ist die Zermürbung der Weg und der Ekel das längst erreichte Ziel.)</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Sorgenbriefkasten</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-24T17:35:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6004730/">
    <title>Extremes Altern ohne anti-ageing</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6004730/</link>
    <description>Vor einer Weile eins dieser Gespräche, die noch lange nachhallen: mein Vater und ich waren uns einig, dass Unsterblichkeit zwar unerträglich wäre, aber dass ein paar hundert Jahre Lebensspanne doch angemessener wären angesichts der Unmenge Wissens, die man sich aneignen und dann auch geniessen möchte.&lt;br /&gt;
Aber stell dir vor, gab mein Vater zu bedenken, diese Nekrose würde im selben Tempo fortschreiten wie jetzt in unseren Leben! Wie sähe ich denn mit 300 Jahren aus!, ich würde mich furchtbar schämen, wenn du mich besuchst.&lt;br /&gt;
Du könntest einen Wandschirm aufstellen, durch den wir halt reden würden, wenn du mir den Anblick nicht zumuten magst, sagte ich. Doch dann fiel mir siedend heiss ein: ich sähe ja bis dahin genauso übel aus wie du, denn ich wäre selbst schon an die 270!&lt;br /&gt;
Eigenartig, wie wir mit der Zeit die eigenen Eltern einholen, ja fast überholen. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Zeit noch zigfach &lt;i&gt;relativer&lt;/i&gt; ist, als wir sie uns vorstellen. Je älter wir werden, umso schneller scheint uns die Zeit zu verfliegen (es könnte sein, dass es nicht nur so scheint), jeder über 18 bestätigt das. Das Kindindividuum nimmt mit zunehmendem eigenen Tempo die Zeit der Elternindividuen langsamer wahr (vielleicht ist sie langsamer); die &lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/stories/5120897/&quot;&gt;Zeit passt sich wie Gummi&lt;/a&gt; dem subjektiven wie dem &quot;objektiven&quot; (Vorsicht, das ist nicht!) Beobachtungspunkt an. Wobei ein Beobachter, dessen Existenz per definitionem eine objektive Perspektive voraussetzt, nur ein Hilfskonstrukt ist. Die Zeit wirft, wenn überhaupt, &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; uns Blasen. Oder rund um uns, als Zeitaura, oder zwischen mehreren von uns wie ein Pingpongturnier. Wir können sie bestenfalls so biased wahrnehmen wie die Gase im Gedärm. Nur die Messung der Zeit tickt immer und für alle gleich schnell, oder besser, die zerfallenden Atömchen. Die Zeit selbst hat gar keine Geschwindigkeit. Sie ist mehr so ein Fluidum (oder eben eine Blähung).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Addendum&lt;/b&gt;, ein herziger Witz: stehen der 121-jährige Vater und die 119-jährige Mutter am offenen Grab ihres soeben verstorbenen 93-jährigen Sohnes. Flüstert der Vater unter Tränen: &quot;Der Junge war von Anfang an ein Kümmer, ich hab dir doch gleich gesagt, dass wir ihn nicht durchbringen!&quot;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Nachtexpress</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-21T20:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/6002605/">
    <title>Früchteschale</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/6002605/</link>
    <description>In den letzten Tagen rückte ich zum Flanieren irgendwie mit einer anderen Haltung aus als sonst, ich weiss nicht wie und warum. Ich nahm die Form einer offenen Schale an und wurde wie durch Zauberei reichlich mit Geschichtengeschenken gefüllt. Bemerkenswerte Zeitgenossen, die ich traf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine mit allen Wassern vieler Jahre gewaschene Ladendetektivin. Sie verriet mir bei einem Glas Prosecco sämtliche Schliche, die der Diebe wie die der Detektive. Beinah hätte sie mir noch die Narben der Handgemenge gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Logistiker, der alles über das Hoch- und Tief- und das Stapeln im Allgemeinen und überhaupt weiss. Mit einem Blick aus intelligentesten Augen und einem Lächeln auf cleverem Mund teilte er mir mit, dass er in seinem Land sehr lange studiert hat, um nun hierzulande einfach ... zu stapeln. &quot;Nur&quot; kann man aber bei seiner Arbeitsweise nicht sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Pilger aus einem französischen Fischerdorf, der mir nicht kohärent zu erzählen wusste, was er eigentlich vertritt. Es ging um ein zutiefst existentialistisches und annähernd marxistisches Weltbild auf der Basis des Christentums, Judentums und des Islam, glaube ich, aber ohne eine Religion zu sein (Religion sei so verlogen wie Politik). Von einem brennenden Dornbusch so gross wie ein brennender Urwald. Jesus sei nicht Gott, sondern Mensch und Prophet genau wie Muhammad, die Kreuzigung eine Folterhinrichtung, die man nicht mit verklärenden Bedeutungen aufladen und somit verharmlosen dürfe, die heilige 3faltigkeit existiere nicht, es gehe einzig darum, &lt;i&gt;gütig&lt;/i&gt; zu sein. Er hielt das Buch, das er weder verkaufen noch pentrant gratis aufdrängen wollte (bei Interesse in der Buchhandlung bestellen, sagte er), verkehrt herum, so dass ich den Titel gar nicht sah. Ich musste nichts kaufen, nichts glauben (glauben sei schädlich für den Geist des freien Menschen), nicht beten (beten nütze nichts, denn der Vater denke nicht daran, den Karsumpel aufzuräumen, den seine Kinder ganz allein veranstalten, handeln müsse man, nicht beten). Vielmehr schenkte  er mir franko eine wilde Geschichte und ein Weilchen Windschutz. Ich fühlte mich gerade kalt und elend und allein und allso von ihm gerettet für wertvolle Augenblicke, und nachher, als er sich zuerst verabschiedete, geradezu ausgesetzt. Nie war ein Missionar unaufdringlicher. Er ist ja auch ein Pilger, kein Missionar. Hätte seinem warmen Akzent noch lange zuhören mögen; frage mich, ob ihm klar ist, dass er genau das in Vollendung ist: &lt;i&gt;gütig&lt;/i&gt;. (Wenn er das doch jetzt lesen würde!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Spaziergänger, der im Walde stundenlang vom Blitz gefällte Bäume von allen Seiten betrachtet und Horrorszenarien entwirft, wenn diese Blitze in die Stadt umgeleitet würden undsoweiter, man stelle sich mal vor!, und andere Spaziergänger grosszügig mit wohligem Gruseln versorgt, selbst solche wie mich, die sich nun gar nicht vor Gewittern fürchten, sondern sie im Gegenteil herbeisehnen (man sollte jedoch, wenn sie kommen, keinen BH mit Metallbügel tragen, aber die gehen in der Wäsche sowieso immer kaputt und im Ernst, wer braucht im Walde einen BH).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ha. Was für eine Früchteschale! Es könnte daran liegen, dass ich neue Schuhe habe, die mich häufiger und aufrechter aus der Haustür jagen. Die alten musste ich ja nach jedem Ausflug wieder zusammenkleben, also blieb ich oft lieber gleich auf dem Ofen hocken.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Dankunsterblich</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-20T17:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5997784/">
    <title>Graue Schmiere</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5997784/</link>
    <description>&lt;cite&gt;Ein terroristischer oder militärischer Anschlag mittels Nanorobotern, die ausser Kontrolle geraten und zu krankheitserregenden molekularen Strukturen, der sogenannten grauen Schmiere (grey zoo), werden könnten, hätte laut Kurzweil das Potenzial, innerhalb einiger Tage die gesamte Zivilisation zu vernichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Raymond Kurzweil in einem Interview über Nanotechnologie.&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://www.monde-diplomatique.de/pm/.aktaus&quot;&gt;Le Monde diplomatique 10/09&lt;/a&gt;, deutsche Ausgabe.&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Beunruhigung über diese Sci-Fi-Möglichkeiten in greifbarer Nähe ist jedenfalls mit Abstand geringer als die Begeisterung über dieses brandneue Vokabular. &lt;i&gt;Graue Schmiere, grey zoo!&lt;/i&gt; Das ist, ich bitte in aller Form um Entschuldigung für die ordinäre Ausdrucksweise, schlicht &lt;i&gt;geil&lt;/i&gt;. Ausserdem geht, unter anderen Spektakularitäten, die Rede von Antimaterie-Fallen (wie wär das wohl, da hineinzulatschen?!) oder Kleidern aus Zucker. Ja, wirklich geil!</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Botendämmerung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-17T18:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5992711/">
    <title>Bitte freimachen</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5992711/</link>
    <description>Etwas, worüber ich mich endlos wundere: dort, wo man die Briefmarke hinkleben soll, steht: &quot;Bitte freimachen&quot;. Freilich steht das nur in komischen Ländern dort, wo man die Marke hinkleben soll. Hier (womit ich nicht sage, die Schweiz sei kein komisches Land, nur anders komisch) steht: &quot;Bitte frankieren&quot;. So weiss man fadengrad, was man zu tun hat, meistens ist sogar noch ein markengrosses Rähmchen aufgedruckt (in komischen Ländern glaub nicht). Gerade habe ich wieder so eine Antwortkarte aus einem komischen Nachbarland auf dem Tisch. Diesmal werde ich die Marke nicht auf die Bitte kleben, sondern nebendran, und unter die Bitte schreiben: &quot;Darf ich die Socken anbehalten, Doc?&quot; - Dann merken die vielleicht mal, dass es komisch ist, schriftlich jemanden aufzufordern, freizumachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Addendum:&lt;/b&gt; &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=tunvwCvu2NY&quot;&gt;Der Soundtrack zu dieser Merkwürdigkeit.&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Postalberatung</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-14T18:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5989476/">
    <title>Berufswunsch und Todesziel</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5989476/</link>
    <description>Das wäre mein Traumberuf: die Leiche in Kriminalfilmen spielen. Ganz still liegen und gebrochen leer blicken kann ich besonders gut, es kostet mich nicht die geringste Anstrengung. Das mit dem Atemstillstand würde ich hinkriegen. Manchmal vergesse ich ja sogar, das Wasser runterzuschlucken, und erinnere mich erst daran, wenn nach einer halben Stunde die geblähten Backen zu schmerzen beginnen.&lt;br /&gt;
Als Kinder spielten wir neben Indianer auch oft Beerdigung. Dramatis personae: 1 Leiche, 1 Pfarrer, möglichst viele heulende Angehörige und Klageweiber. Meist wollte man mir die Pfaffenrolle anhängen, weil ich Reden schwingen konnte. Ich sah aber nicht ein, weshalb ich nicht auch als Leiche quatschen könnte und warf mich in den Sarg. Da dieser nur durch eine besonders grosse Steinplatte angedeutet war, lagen wir bald zu viert oder zu sechst darinnen. Keiner wollte predigen, niemand weinte um uns, wir wälzten uns vollzählig im geräumigen Sarg herum und prügelten uns um den (ebenfalls imaginären) Fensterplatz. Diese Beerdigung war jedesmal ein Heidenspass, mehr als Indianer eigentlich.&lt;br /&gt;
Und das ist mein Todesziel: nicht einfach so auszuschnaufen oder umzukippen oder runterzustürzen. Sondern ENTRÜCKT zu werden, wie die Helden in germanischen Sagen und die Propheten in der Bibel. Das ist ein glamouröser Einzug ins Drüben (oder Zwischen?) und für Passanten bestimmt ein unvergessliches Spektakel.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>Nachtexpress</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2009-10-12T20:38:00Z</dc:date>
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