Aus den Annalen misslungener Experimente:
Seifenherstellung. Dazu benötigt man nur Öl, Asche und eine grosse Flamme, sagte die grosse Organische Chemie für Ingenieure. Was da nicht stand, war das genaue Mischungsverhältnis der beiden Zutaten. Welches Öl, welche Asche, wieviel Flamme wurde ebenfalls verschwiegen. Die Seife musste nach Trial & Error nachgebaut werden, aber daran war ich durchaus gewöhnt. Billiges Sonnenblumenöl, noch billigere Zigarettenasche (mangels Vorfahrenurne), Spiritus und los. Lange Zeit geschah nichts. Nach dieser langen Zeit schoss eine Flamme hoch, was sage ich, eine Feuersbrunst so hoch wie ich in aufrechter Position. Adieu Augenbrauen! Beinah hätte ich das Haus, auf dessen Balkon ich braute, abgefackelt und eine Urne für mich selbst kaufen lassen müssen. Von Seife keine Spur. Es stank bestialisch, nix Lavendel und Moschus, es kostete mehrere Sessionen à 2 Stunden und viel Muskelkater, den zähen Teer auf dem Boden des Topfes zu entfernen. Der Sturmkocher, der mich auf den Äusseren Hebriden warmgehalten hatte, überlebte jedoch auch diese Episode.
La Tortuga - 11. Dez, 11:35








