20
Mai
2007

5XII Kann nicht anders VII

Wer wagt, verzagt halt später und den Mutigen gehört das Unerhörte, mit dem sie dann verdammtnochmal sich arrangieren müssen. Ich habe gestern beschlossen, nie wieder mutig zu sein, aber von vorn:
Nicht Deiner Einladung bin ich diesmal gefolgt, sondern derjenigen der arabischen Gäste. Immerhin waren sie weiter gereist, jedenfalls jetzt und in diesem Kontext. Die Stadt ein lichtgetränktes Nachher, als hätte man nicht mehr lange zu leben gehabt und es nicht bemerkt. Führe mich zu deinem Meister, sagte ich zum Steinmännchen in der Tasche, aber da war kein Morseklicken zu hören und ich dachte trotzdem, dass man an so einem Abend aus so einem Museum eigentlich nicht abreisen könne, wer weiss!
Es wurde viel gelacht, geliebt und Angst gehabt im Orient, derweil hatte ich Dich frohgemut aufgegeben, doch als ich westwärts aus dem Stadttor trat, sassest davor: Du!
Nun, so kann das doch nicht weitergehen, dachte ich und bereute es bereits, und den Rest kennst Du ja, da er Dein Part war. Das ist schon hart, weisst Du. Aber auch wahrscheinlich nach Gauss. Ich kann mich nie entscheiden, ob ich nüchterne Menschen bewundere oder beneide. Ich mag sie, was seltsam ist, weil man sonst diejenigen nicht mag, die so sind, wie man selbst gern wäre.
Und jetzt?! Ist die Blase geplatzt, und wenn ja, warum ziehen sich meine Mundwinkel doch andauernd nach oben seither, warum belustigt mich die Katastrophe, die ich doch seit Jahren so gefürchtet habe? Warum bin ich auf freundliche Weise traurig und nicht ausschliesslich traurig? Und kein bisschen beleidigt, verstört, nur ein bisschen erschrocken?
Vielleicht, weil ich jetzt gar nicht mehr weiss. Ob Du mich nun in die Wüste geschickt hast oder nicht und was das bei Dir überhaupt bedeuten würde. Und weil ich nun ewig rätseln werde, wo diese Insel liegt auf die der Pfeil von mir aus weist, oder ob Du vielleicht aus Gewohnheit mit Inseln um Dich wirfst (nein, es handelt sich doch eher um ein Binnengebiet). Ich kann Dich ja nächstes Mal fragen, gell? Wenigstens das dürfte kein Problem mehr sein, hahaaa! Bühnenreif (ich natürlich, Du: ganz Du, haaaaach, wie gern wär ich Du!).
Pituffik

Notizen aus Kangerlussuaq

Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.

Tritt ein, lieber Gast, der Hund ist tot. (Aber den Wein musst Du bringen.)

Du bist nicht angemeldet.

Zugehör

Principia Discordia

Anlaufstelle für Dichter und Mäzene:

U. T. Rossel Escalante Sánchez clandestin0 primatenschwanz mixmail.com (Das vermeintliche O ist eigentlich eine 0, ein vedisches K0sm0s-Ei.)

*****

In der Post wühlen:

 

Hohler Stein steht den Tropfen.

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Zuletzt aktualisiert: 19. Aug, 21:53

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