An Luisa
Ich habe mich sehenden Auges geirrt. Und zwar in restlos allem. Je heftiger sich mein Herzbeutel entzündete, umso mehr bogen sich mir die Rippen. Je weher sich mein Rumpf wölbte, umso grausamer wurde ich. Ich schmetterte das Kind an die Wand, das ich nie wollte. (Was er nicht verstand: dass ich es nicht tat, weil es seins war: sondern meins. Ein Nicht-sein-Kind hätte ich mir nicht mal erfinden können.)
Meine letzte Destination ist Delphi. Ich weiss, was das Orakel mir sagen wird: der Mensch ist des Menschen Orakel; nur du, du wirst kein Lagerfeuer finden, an dem man dir die Kumys-Schale reicht. Danach werde ich die Strasse rauf und runter gehen, rauf und runter, rauf und runter. Und wo ich wende, kehrt auch der Wind.
Ich ertappe mich dabei, mir die Fussohlen mit dem Haartrockner zu wärmen. Und beim Gedanken, dass ich bösartiger bin als die anderen Menschen, Luisa. Überhaupt. Ich möchte auf einer anderen Erde sein, wo keine Menschen sind, vor allem nicht ich. Auf Uranus, auf Nibiru, auf Pluto dem Deserteur. Wo kein Baum mir Schatten spendet. Wo mir das zurückbleibende Loch, das die nie gewesene Atmosphäre hinterlässt, die Lunge in Fetzen reisst. Ich möchte Nirgendwo sein, aber Irgendwo muss ich ja im Gegensatz zu Dir, Luisa. (Ist es das, Mutterinstinkt? Es Dir zu ersparen?)
Es gibt jetzt nur, gäbe es das, das Zurück. Warum bereuen wir immer die Dinge, die wir nicht getan haben? Und die Dinge, die wir gesagt haben? Und die, die wir verschwiegen haben? Aber nie haben mich die Menschen enttäuscht: sie waren stets nur Menschen, wie versprochen. Das gilt sogar für mich selbst.
Wenn Du mir schreiben willst, dann schick Deine scharlachroten Bogen nach Delphi postlagernd. Ich empfehle Dir jedoch, Deinem Vater zu schreiben. Er war es, der den Vaterkuchen buk. Er trägt Deine Nabelschnur am Schlüsselbund. Er allein ist die Briefmarke wert.
Meine letzte Destination ist Delphi. Ich weiss, was das Orakel mir sagen wird: der Mensch ist des Menschen Orakel; nur du, du wirst kein Lagerfeuer finden, an dem man dir die Kumys-Schale reicht. Danach werde ich die Strasse rauf und runter gehen, rauf und runter, rauf und runter. Und wo ich wende, kehrt auch der Wind.
Ich ertappe mich dabei, mir die Fussohlen mit dem Haartrockner zu wärmen. Und beim Gedanken, dass ich bösartiger bin als die anderen Menschen, Luisa. Überhaupt. Ich möchte auf einer anderen Erde sein, wo keine Menschen sind, vor allem nicht ich. Auf Uranus, auf Nibiru, auf Pluto dem Deserteur. Wo kein Baum mir Schatten spendet. Wo mir das zurückbleibende Loch, das die nie gewesene Atmosphäre hinterlässt, die Lunge in Fetzen reisst. Ich möchte Nirgendwo sein, aber Irgendwo muss ich ja im Gegensatz zu Dir, Luisa. (Ist es das, Mutterinstinkt? Es Dir zu ersparen?)
Es gibt jetzt nur, gäbe es das, das Zurück. Warum bereuen wir immer die Dinge, die wir nicht getan haben? Und die Dinge, die wir gesagt haben? Und die, die wir verschwiegen haben? Aber nie haben mich die Menschen enttäuscht: sie waren stets nur Menschen, wie versprochen. Das gilt sogar für mich selbst.
Wenn Du mir schreiben willst, dann schick Deine scharlachroten Bogen nach Delphi postlagernd. Ich empfehle Dir jedoch, Deinem Vater zu schreiben. Er war es, der den Vaterkuchen buk. Er trägt Deine Nabelschnur am Schlüsselbund. Er allein ist die Briefmarke wert.
La Tortuga - 30. Okt, 23:02










