Gregor Keuschnig - 16. Jan, 09:09

Ich kenne das.

Leider bin ich weder ein guter Psychologe, noch vermag ich mich selber zu analysieren. Meine Vermutung: Übersättigung. Ich betrat eine Bibliothek oder eine Buchhandlung und fühlte mich nach wenigen Minuten vollkommen erschöpft; überfordert ob der Masse dessen, was ich lesen "muss" - und was ich (aufgrund begrenzter Lebensdauer und anderer Verpflichtungen) vermutlich niemals werde lesen können. Ich ging ohne ein Buch. Alles schien mir gleich wichtig und somit gleich unwichtig.

Hinzu kommt: Ich kann nicht "anlesen" und dann nach 30 oder 50 Seiten das Buch weglesen. Ich zwinge mich immer durch die Bücher (es gibt drei Ausnahmen). Dieser Anspruch lastete zusätzlich wie ein Mühlstein auf mir.

Bei mir was es zyklisch. Ich habe Zeiten gehabt, in denen ich drei, vier, ja sechs Monate so gut wie nichts "seriöses" las (ausser eine Wochenzeitung; aber auch nur sehr wenig). Dann interessierte mich wieder was - es gab wieder ein Thema - hierzu wieder ein Thema, kurz: die Mühle begann wieder Wasser zu bekommen.

La Tortuga (anonym) - 16. Jan, 11:37

Genau... so ists bei mir auch: habe ich mal ca. 3 Seiten gelesen, MUSS ich das Buch beenden, auch das grösste Stussbuch. Insbesondere dann, wenn ich für das Buch bezahlt habe (doofe Rechnung: weil ich schon Geld dafür ausgegeben habe, bin ich verpflichtet, auch noch Zeit zu verschwenden!). Aber selbst bei geliehenen Büchern schaffe ich es äusserst selten, mich von der Durchhaltepflicht zu befreien.
Umso sorgfältiger wähle ich... War schon ewig kein Flopp mehr dabei. Und trotzdem! Meist haben Themen-, Stil-, Sprach-, Epochenwechsel über die Müdigkeit hinweggeholfen.

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