Dachbodenfund II
Alexander von Gemerligt*
Jugend: Dass Ich überhaupt aufgewachsen bin, ist schon ein Wunder. Und dass Ich Alexander heisse, ist nicht minder seltsam, denn der Vater wollte mich Babuschka nennen. Aber bei uns liegt es in der Familie, dass immer die Frauen die Hosen anhaben. Ich habe übrigens seit je her eine grosse Selbstachtung, denn schon als Baby schrieb Ich "Ich" gross.
Berufsleben: Ich bin Klapsmühlendirektor und staatlich diplomierter Psychiater in Münsingen geworden, nachdem ein Versuch, Bürgermeister zu werden, gescheitert war. Ansonsten fühle Ich mich hier in Münsingen sehr wohl, Ich glaube, Ich gehöre hier hin**.
Privat: Der grösste Missgriff den Ich je getan habe war, meine Frau Hyppolita zu heiraten. Sie stammt aus dem alten Griechenland. Zum ersten Mal sah Ich sie im Katakombenmuseum in Sizilien. Es war wirklich (leider!) Liebe auf den ersten Blick. Heute ist sie Direktorin des Frauengefängnisses in Hindelbank. Man merkt heute sehr viel von der Emanzipation, schon Gefängnisinsassin können die Frauen werden. Die Berufsmöglichkeiten für Frauen sollten endlich eingeschränkt werden.
Wir haben zusammen 14,5 Kinder und ein Walross. 14 davon sind Adoptivkinder; unser einzig eigenes Kind ist leider nur eine halbe Portion (das kommt von den Chromosomen väterlicherseits). Dafür ist das Walross anderthalbe Portion, das gleicht sich aus (das ist übrigens meine Frau).
Hobbys: Ich spiele Polo und Golf und zeichne Van-Gogh-Werke ab. An Weihnachten und Ostern spielen Hyppolita und Ich auch die vielgerühmten Verfolgungsjagden, die wir übers Jahr unseren Kindern vorenthalten.
1989
*Merligen ist ein Kaff am Thunersee. "gmerliget" (verhochdeutscht "gemerligt") heisst in der Umgangssprache so viel wie "gemogelt", jedenfalls ungefähr. Ob ein Zusammenhang zum Kaff besteht, ist mir nicht bekannt.
**In Münsingen befindet sich eine Irrenanstalt von Weltruf. Wenn die Einheimischen "Münsingen" sagen, meinen sie meist nicht das Dorf, sondern die Anstalt.
Jugend: Dass Ich überhaupt aufgewachsen bin, ist schon ein Wunder. Und dass Ich Alexander heisse, ist nicht minder seltsam, denn der Vater wollte mich Babuschka nennen. Aber bei uns liegt es in der Familie, dass immer die Frauen die Hosen anhaben. Ich habe übrigens seit je her eine grosse Selbstachtung, denn schon als Baby schrieb Ich "Ich" gross.
Berufsleben: Ich bin Klapsmühlendirektor und staatlich diplomierter Psychiater in Münsingen geworden, nachdem ein Versuch, Bürgermeister zu werden, gescheitert war. Ansonsten fühle Ich mich hier in Münsingen sehr wohl, Ich glaube, Ich gehöre hier hin**.
Privat: Der grösste Missgriff den Ich je getan habe war, meine Frau Hyppolita zu heiraten. Sie stammt aus dem alten Griechenland. Zum ersten Mal sah Ich sie im Katakombenmuseum in Sizilien. Es war wirklich (leider!) Liebe auf den ersten Blick. Heute ist sie Direktorin des Frauengefängnisses in Hindelbank. Man merkt heute sehr viel von der Emanzipation, schon Gefängnisinsassin können die Frauen werden. Die Berufsmöglichkeiten für Frauen sollten endlich eingeschränkt werden.
Wir haben zusammen 14,5 Kinder und ein Walross. 14 davon sind Adoptivkinder; unser einzig eigenes Kind ist leider nur eine halbe Portion (das kommt von den Chromosomen väterlicherseits). Dafür ist das Walross anderthalbe Portion, das gleicht sich aus (das ist übrigens meine Frau).
Hobbys: Ich spiele Polo und Golf und zeichne Van-Gogh-Werke ab. An Weihnachten und Ostern spielen Hyppolita und Ich auch die vielgerühmten Verfolgungsjagden, die wir übers Jahr unseren Kindern vorenthalten.
1989
*Merligen ist ein Kaff am Thunersee. "gmerliget" (verhochdeutscht "gemerligt") heisst in der Umgangssprache so viel wie "gemogelt", jedenfalls ungefähr. Ob ein Zusammenhang zum Kaff besteht, ist mir nicht bekannt.
**In Münsingen befindet sich eine Irrenanstalt von Weltruf. Wenn die Einheimischen "Münsingen" sagen, meinen sie meist nicht das Dorf, sondern die Anstalt.
La Tortuga - 21. Apr, 18:17









