Heimweh ...
nach den Rinderherden, nach den Dialekten aller Landesteile, nach den Flurnamen, nach den 10'000 Namen der Quecke und der Blacke, nach dem Schrei des Bussards, nach dem Muskelkater, nach den Zuchtausweisen und Brunstkalendern, nach dem Motorgeräusch des IH International Jahrgang '69, wenn er vom ersten in den zweiten Gang springt, nach den Vier-Nummern-zu-grossen-Gummistiefeln und dem Sonnenbrand im Nacken.
Heute haben mich die Viehhändler eingeladen (wieder eingeladen, obwohl ich schon so viele Einladungen ausgeschlagen habe). Sie sind der händlerischen Unruhe zum Trotz so treu, dass sie sich allesamt an mich erinnern, und so verbindlich, wie auch ich es bin, und selbst jene, die mich noch nicht kennen, strahlen diese seltene Verlässlichkeit aus, dass man sich ohne Zögern selbst an ihren Schatten anlehnen würde; es so furchtbar möchte, wenn man ehrlich ist. Der Wein war sehr gut und sehr viel! (Ausserhalb der Landwirtschaft pflegt er ja entweder gut oder viel zu sein, nicht wahr, und in beiden Fällen ohne "sehr".) Jetzt bin ich ganz fiebrig und zu 93% unzurechnungsfähig im Vermissen meiner alten Kraft, vergeblich, vergeblich, und erstmals seit langem fällt mir die selbstgewählte Einsamkeit schwer wie Düngersäcke für 300 Hektaren und 21 Jahre, jau.
Ein Trinkspruch auf alle Landwirte und Viehhändler und den gesamten globalen Rindviehbestand.
Heute haben mich die Viehhändler eingeladen (wieder eingeladen, obwohl ich schon so viele Einladungen ausgeschlagen habe). Sie sind der händlerischen Unruhe zum Trotz so treu, dass sie sich allesamt an mich erinnern, und so verbindlich, wie auch ich es bin, und selbst jene, die mich noch nicht kennen, strahlen diese seltene Verlässlichkeit aus, dass man sich ohne Zögern selbst an ihren Schatten anlehnen würde; es so furchtbar möchte, wenn man ehrlich ist. Der Wein war sehr gut und sehr viel! (Ausserhalb der Landwirtschaft pflegt er ja entweder gut oder viel zu sein, nicht wahr, und in beiden Fällen ohne "sehr".) Jetzt bin ich ganz fiebrig und zu 93% unzurechnungsfähig im Vermissen meiner alten Kraft, vergeblich, vergeblich, und erstmals seit langem fällt mir die selbstgewählte Einsamkeit schwer wie Düngersäcke für 300 Hektaren und 21 Jahre, jau.
Ein Trinkspruch auf alle Landwirte und Viehhändler und den gesamten globalen Rindviehbestand.
La Tortuga - 21. Jun, 21:53
Talakallea Thymon - 24. Jun, 10:11
Rinder sind eigentlich sehr schöne tiere. Die alten wußten das noch zu schätzen, wenn sie etwa von der "kuhäugigen Hera" sprachen, oder Ovid in den metamorphosen von der schönheit der in eine kuh verwandelten Io schwärmt.
Wenn sie nur nicht immer so dämlich dreinblickten, könnte man sich glatt verlieben.
Wenn sie nur nicht immer so dämlich dreinblickten, könnte man sich glatt verlieben.
La Tortuga - 25. Jun, 19:49
... Dämlich?!?! Schau doch einmal genau hin! Eher gedankenvoll hinter den Vorhangwimpern (obwohl sie eher in den 4 Mägen denken); so, als würden sie sich an etwas erinnern, das sie aber nicht mehr kohärent zusammenstückeln könnten. Es ist glaub ich dieselbe Erinnerung wie meine.



Trackback URL:
http://jequetepeque.twoday.net/stories/5776692/modTrackback