Der Hauptverdächtige leuchtet
Auch das war noch!: Sie erzählte ihm von der Zeit und vom Vertrauen und vom Glück und wie alles so plötzlich neu gut geworden sei und nach vorn sperrangelweit offen (warum bloss?, so etwas erzählt man doch nicht, nicht so, nicht dann). Und dass sie nun eigentlich tot umfallen könnte. Aber nein, fall doch jetzt nicht tot um!, lachte er, so wie die Bienen lachen, wenn sie im April oder Mai erstmals ausschwärmen. Gelbe und schwarze Samtstreifen wuchsen ihr um den Bauch. Vielleicht meinte er damit: genau das, das jetzt, ist ja gerade der Anfang! (Die Geburt eines Sterns aus der Asche.) Ganz sicher meinte er damit, dass er dann die Umtriebe am Hals gehabt hätte, dass er sie als Letzter lebend gesehen hätte, dass er der Hauptverdächtige gewesen wäre. Nein, das hätte er nicht verdient, er am allerwenigsten, ihr Kronzeuge. Selbst ihr, die so oft schon nach dem Zipfel des Totenhemdchens ins Leere gegriffen hatte, wäre in diesem Augenblick das Sterben auf grauem Makkadam ungelegener gekommen als je, so wunders fein gestreift. Keine Polizei. Weit und breit. Kein Alibi. Die Zeit. Diese Zeit!
La Tortuga - 10. Okt, 19:57



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