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    <title>Notizen aus Kangerlussuaq (Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.) : Rubrik:Botendämmerung</title>
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    <description>Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.</description>
    <dc:publisher>La Tortuga</dc:publisher>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:date>2008-08-19T19:53:20Z</dc:date>
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  <image rdf:about="http://static.twoday.net/jequetepeque/images/icon.jpg">
    <title>Notizen aus Kangerlussuaq</title>
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  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5133083/">
    <title>Wie Dromedare sterben und Geschichten geboren werden</title>
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    <description>In meinem Roman stirbt eine Dromedarstute. Aus dramaturgischen Gründen muss die Todesursache eine Krankheit sein, die man, inshallah, mit einer Spritze hätte abwenden können (betrunkener Tierarzt, Unordnung in der Stallapotheke). Über Kamelkrankheiten konnte ich bisher nicht viel Brauchbares recherchieren, an der entsprechenden Romanstelle klafft &quot;XXX&quot; als Platzhalter. Leider habe ich keine &lt;i&gt;arabic connection&lt;/i&gt;, also verbinde ich mich mit der &lt;i&gt;latin connection&lt;/i&gt;. Frage auch nach Lamas und Alpacas, da wäre ich schon näher dran als mit meinen Kühen. Südamerika antwortet auf trockene Fragen mit Geschichten, die nur so triefen; hat man sich einmal daran gewöhnt, ärgert man sich nicht mehr, die gesuchte Antwort nicht erhalten zu haben, sondern freut sich, wieder so leicht aus der Wissenschaft davon- und in der Magie angekommen zu sein. Ich erlag dieser Hexerei erstmals bei meiner andinen Diplomarbeit. Die rastergläubige Technische Hochschule meinte nachher dazu: &quot;Das ist eigentlich eher ein Märchenbuch als eine wissenschaftliche Arbeit&quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das ist die Ausbeute meiner heutigen Recherche: im Oktober 2006 schenkte der marokkanische König Mohammad VI. der Wüstenstadt Ica an der peruanischen Küste zehn (oder zwanzig?) Dromedare. Er wünschte eine Städtepartnerschaft zwischen Ica und Dakhla zur gemeinsamen Tourismusförderung beider Orte. Die Peruaner bauten einen prunkvollen Stall in der berühmten Oase Huacachina. Aber kaum waren die Tiere eingetroffen, starb eines nach dem anderen an einer geheimnisvollen Krankheit, vielleicht so ähnlich, wie sich die Wale auf einen Strand schieben und vertrocknen. Die peruanischen Veterinäre waren heillos überfordert und schrien um Hilfe. Der König von Marokko, alles andere als beleidigt, entsandte unverzüglich seine eigenen königlichen Tierärzte. Der Rest bleibt fragmentarisch. Ein Dromedar hiess Sara, war trächtig als es ankam, das Fohlen wurde Estrellita genannt; als Sara gleichzeitig mit einem Hengst starb, war sie erneut trächtig, was niemand gemerkt hatte. Meldungen wie &quot;El caso de los camellos&quot; und &quot;i Mueren dos camellos más!&quot; geistern nach wie vor durch den Äther. Man müsste hinreisen, um herauszufinden, wieviele Dromedare noch leben und wie sich die Freundschaft des Alkalden von Ica mit dem marokkanischen Monarchen entwickelt hat. Vielleicht lastet ein Kamelfluch auf Ica; bereits vor zweihundert Jahren versuchten die spanischen Kolonialherren, Kamele in Ica anzusiedeln, aber auch diese starben binnen weniger Jahre aus.&lt;br /&gt;
Mir ist das längst schön und merkwürdig genug, ich will gar nicht mehr wissen und habe keine Zeit, weiterzurecherchieren. Dafür bin ich jetzt mutig genug, eine Kamelkrankheit zu erfinden, eine plausible, die ich einfach von meinen Rindern ableite - oder, wer weiss, vielleicht setze ich mich am Sonntag hin und schreibe einen kalligraphischen Brief an König Mohammad VI., um Auskunft zu erbitten.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-19T16:54:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5120897/">
    <title>Gummizeit</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5120897/</link>
    <description>Dass &lt;a href=&quot;http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/das_datum_als_wetter/&quot;&gt;Zeit in Brasilien am Wetter gemessen&lt;/a&gt; wird, erinnert mich an eine Studie, in der die Geschwindigkeit in 31 Ländern verglichen wurde anhand der Kriterien Gehgeschwindigkeit, Bedienungszeit bei der Post und Genauigkeit der Uhren. Natürlich landete die Schweiz mit einigem Abstand auf Platz 1 (2. Irland, 3. Deutschland, 4. Japan, Österreich auf Platz 8). Der horrende Abstand wurde vor allem durch die Uhrenpräzision erzielt, denn die Iren gehen schneller als die Schweizer und die deutschen Postangestellten arbeiten schneller (die Gehgeschwindigkeit der Österreicher erreichte den 23. Rang). Es ist merkwürdig, dass wir für etwas, das uns dermassen wichtig ist, nur ein einziges Wort zur Verfügung haben: Zeit. Gemeint ist immer die Geldzeit.&lt;br /&gt;
Viel interessanter erscheint mir die orientalische Zeit, &lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/stories/4539540/&quot;&gt;wie ich vor einiger ZEIT schrieb&lt;/a&gt;. Manche Völker benutzen den Raum zur Zeitmessung. In Jakutien liegen die Dörfer mit schöner Regelmässigkeit einen Tag auseinander: ein Tag ist die Strecke, die ein jakutisches Pony (aus Pelz und Stahl!) bei -50°C mit einer Last von 100 bis 150 kg zurücklegt - etwa 50 bis 60 km. Die Balinesen, die nach Aussage von Neurologen fast nur mit der rechten Gehirnhälfte denken, nennen die Zeit, die von einer Uhr gemessen wird, &lt;i&gt;jam kerat&lt;/i&gt;: Gummizeit. Wenn man den Chauffeur fragt, wann der Bus abfährt, sagt er: &quot;Um sechs Uhr Gummizeit.&quot;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-13T09:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5118656/">
    <title>Ode an die Büroklammer</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5118656/</link>
    <description>Wie fast alles, was aus der Zivilisation nicht mehr wegzudenken ist, haben die Sumerer die Büroklammer erfunden. Ich habe keine Ahnung, wie man sich das vorzustellen hat, falls die Steuererklärung auch damals schon so fett war - jedes Blatt eine Tontafel. Es muss ein Konstrukt von den Ausmassen meines Wäscheständers gewesen sein. Dass Büroklammern einmal &lt;a href=&quot;http://vorarlberg.orf.at/magazin/studio/radiovorarlberg/stories/298346&quot;&gt;Symbol des norwegischen Patriotismus&lt;/a&gt; und Zeichen der Königstreue waren, ist geradezu romantisch, besser als jedes Schweizer Sackmesser. Ich mag Büroklammern sehr. Ich habe immer ein paar Nobelexemplare auf Lager für feierliche Post und massenhaft billige, um denen vom Steueramt meine Verachtung mitzuteilen (da ich ja nicht den Wäscheständer schicken kann). Als Kinder haben wir uns aus Büroklammern Halsketten und Armreife gebastelt, sogar Ohrringe, nachdem wir uns die Ohrläppchen mit Nähnadeln gelocht hatten. Damit blieb man dann des öfteren schmerzhaft hängen, denn die Klammerketten konnten nicht lang genug sein. Heute fädle ich Büroklammern zusammen, wenn ich mal wieder vergeblich versuche, mir das Nägelkauen abzugewöhnen oder weniger zu rauchen, oder wenn die Noppenfolie ausgegangen ist oder wenn ich mit oder ohne Grund nervös bin (macht sich recht gut im Vorzimmer einer Behörde oder eines Personalchefs). Man kann mit Büroklammern eine Leimtube entstopfen, Schlösser knacken, Schinkenscheiben ordentlich beisammenhalten, Dreck unter den Zehennägeln hervorpulen (die Fingernägel sind kurzgefressen, aber an die Zehen kommen die Zähne nicht ran). Es gibt nicht viel, was man mit Büroklammern nicht tun könnte. In unserer Familie kursierte sogar die Legende von einer elfenschönen Sekretärin, die an einer Büroklammer erstickt sei, weil sie während der Arbeit säckeweise Erdnüsse vertilgte, in die in der Hitze des Diktats auch hin und wieder Büroutensilien hineinfielen. Die Büroklammer kennt nur ein einziges Tabu: sie darf nie, niemals als Buchzeichen missbraucht werden.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-12T07:38:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5089592/">
    <title>Die Liebe der Schildkröten</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5089592/</link>
    <description>Der Schriftsteller Nicolas Bouvier und der Maler Thierry Vernet fahren 1953/54 mit einem frisierten Fiat Topolino von Genf bis nach Afghanistan und Pakistan. Vor kurzem haben sie Ankara hinter sich gelassen und fahren ostwärts durch Anatolien. Sie überholen einen Ochsenkarren mit speichenlosen Rädern, das Quietschen der Achsen haben sie schon ewig lange gehört, bevor das Gefährt in Sichtweite gekommen ist. Der Karren sieht genau so aus wie diejenigen, die in babylonischen Grabstätten gefunden wurden. &quot;Sie dürften also seit viertausend Jahren mit ihren quietschenden Achsen die Stille Anatoliens stören&quot;, schreibt Bouvier, aber gleich darauf stossen sie auf &quot;etwas noch Altertümlicheres&quot;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Es war am späten Nachmittag, bei heiterem Himmel, wir fuhren über eine vollkommen leere Ebene. Die Luft war so durchsichtig, dass man auf dreissig Kilometer einen einsam aufragenden Baum erkennen konnte. Und plötzlich - tock - tacktack - tock ... Ein Hagelschauer von leichten, scharfen Stössen, die immer voller klangen, je weiter wir fuhren. Ein bisschen wie das Prasseln eines Reisigfeuers oder das Krachen von weissglühendem Metall. Thierry wurde blass und hielt den Wagen an. Ich hatte das gleiche befürchtet: Wir mussten Öl verloren haben, und die Zahnräder im Getriebe waren heissgelaufen und &quot;frassen&quot; sich an. Zum Glück irrten wir uns. Der Lärm war nicht verstummt, er nahm sogar zu, ganz nahe, zu unserer Linken. Wir sahen nach: Hinter der Böschung, die eine Seite der Piste säumt, war die Ebene schwarz von Schildkröten, die sich ihren herbstlichen Liebesspielen hingaben und dabei mit ihren Rückenpanzern aneinanderstiessen. Die Männchen brauchten den ihren als Sturmbock, um ihre Gefährtin gegen einen Stein oder einen trockenen Grasbüschel zu drängen. Sie waren etwas kleiner als die Weibchen. Im Augenblick der Paarung richteten sie sich vollkommen auf, um sie zu erreichen, streckten den Hals vor, öffneten ein hochrotes Maul und stiessen einen schrillen Schrei aus. Als wir weiterfuhren, sahen wir die Schildkröten aus allen Richtungen langsam zu diesem Rendezvous hasten. Der Abend senkte sich herab. Man hörte sein eigenes Wort nicht mehr.&quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.books.ch/shop/action/productDetails?aUrl=90007790&amp;artiId=6671844&quot;&gt;Nicolas Bouvier: Die Erfahrung der Welt (L&apos;Usage du monde), 1963.&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-28T12:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5068011/">
    <title>Die Goten erheben sich aus ihren Gräbern</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5068011/</link>
    <description>Atta unsar, þu in himinam, weihnai namo þein.&lt;br /&gt;
Qimai þiudinassus þeins.&lt;br /&gt;
Waírþai wilja þeins, swe in himina jah ana aírþai.&lt;br /&gt;
Hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga.&lt;br /&gt;
Jah aflet uns þatei skulans sijaima,&lt;br /&gt;
swaswe jah weis afletam þaim skulam unsaraim.&lt;br /&gt;
Jah ni briggais uns in fraistubnjai, ak lausei uns af þamma ubilin.&lt;br /&gt;
Unte þeina ist þiudangardi jah mahts jah wulþus in aiwins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markerschütternd schön wiederbelebt von &lt;a href=&quot;http://laermende-akademie.com/perkampus/wordpress/&quot;&gt;Michael Perkampus&lt;/a&gt;, dem das Postamt von Herzen dankt:
&lt;p style=&quot;text-align: center;&quot;&gt;&lt;object  width=&quot;324&quot; height=&quot;56&quot; codebase=&quot;http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0&quot;&gt;&lt;param name=&quot;flashvars&quot; value=&quot;valid_sample_rate=true&amp;external_url=http://perkampus.podspot.de/files/gotisch_ambient.MP3&quot; &gt;&lt;param name=&quot;src&quot; value=&quot;http://odeo.com/flash/audio_player_black.swf&quot; &gt;&lt;param name=&quot;wmode&quot; value=&quot;transparent&quot; &gt;&lt;embed type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot; width=&quot;324&quot; height=&quot;56&quot; src=&quot;http://odeo.com/flash/audio_player_black.swf&quot; wmode=&quot;transparent&quot; flashvars=&quot;valid_sample_rate=true&amp;external_url=http://perkampus.podspot.de/files/gotisch_ambient.MP3&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a style=&quot;font-size: 11px; padding-left: 110px; color: #ff49; letter-spacing: -1px; text-decoration: none&quot; href=&quot;http://perkampus.podspot.de/files/gotisch_ambient.MP3&quot;&gt;Download&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-18T17:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5063060/">
    <title>Gotische Festspiele in Kangerlussuaq!</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5063060/</link>
    <description>Sprachexperten und Stimmkünstler aufgepasst: Das Postamt Svalbard schreibt einen Wettbewerb aus! Unter dem Patronat des Gotenkönigs Gahlarich (&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/stories/4772430/&quot;&gt;nach dem der Gauerich benannt wurde&lt;/a&gt;) wollen wir alte Sprachen wiederbeleben. Phantasielos wie wir sind, haben wir das &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Gotische_Sprache&quot;&gt;gotische Vaterunser&lt;/a&gt; aus der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Wulfilabibel&quot;&gt;Wulfilabibel&lt;/a&gt; bei Wikipedia geklaut:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gotisch:    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Atta unsar, þu in himinam, weihnai namo þein. Qimai þiudinassus þeins. Waírþai wilja þeins, swe in himina jah ana aírþai.      &lt;br /&gt;
Hlaif unsarana þana sinteinan gif uns himma daga. Jah aflet uns þatei skulans sijaima, swaswe jah weis afletam þaim skulam unsaraim. Jah ni briggais uns in fraistubnjai, ak lausei uns af þamma ubilin.      &lt;br /&gt;
Unte þeina ist þiudangardi jah mahts jah wulþus in aiwins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wörtliche Übersetzung:    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vater unser, du in {dem} Himmel, weihe Name dein. Komme [König]reich dein. Werde Wille dein, wie in {dem} Himmel und auf Erden.      &lt;br /&gt;
Laib unseren den täglichen gib uns {an} diesem Tage. Und ablass uns, dass {wir} Schuldner seien, so-wie auch wir ablassen den Schuldnern unseren. Und nicht bringe uns in Versuchung, sondern löse uns ab dem Üblen.      &lt;br /&gt;
Denn dein ist {das} [König]reich und {die} Macht und {die} Herrlichkeit in Ewigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aussprache:  &lt;br /&gt;
þ  wie englisches stimmloses th,&lt;br /&gt;
h  vor Konsonant/am Wortende wie ch in ach,                    &lt;br /&gt;
ai wie langes, offenes ä                    &lt;br /&gt;
ei wie langes, geschlossenes i,                    &lt;br /&gt;
au wie langes, offenes o,                    &lt;br /&gt;
iu etwa wie iw&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer uns das am Schönsten in ein Audio einspricht (und uns falls nötig auch noch hilft, es so einzubauen, dass man es hier im Blog hören kann), gewinnt eine massgeschneiderte Prosaminiatur, will heissen: mit Thema nach Wunsch und einer persönlichen Widmung (Rechte verbleiben beim Postamt, darf mit Copyrightangabe und Link im eigenen Blog publiziert werden). Es sind aber auch interessantere gotische Texte oder andere nicht mehr gesprochene Sprachen zugelassen; weiss der Geier, wie wir das linguistisch kontrollieren wollen! Bei mehreren hörenswerten Einsendungen wird allenfalls eine Auswahl zur Publikumswahl gestellt. Falls mixmail die Tondokumente nicht fressen sollte, bitte kurz an-mixmailen, die Post stellt dann einen gescheiteren Briefkasten zur Verfügung. Wir legen vorerst keinen Einsendeschluss fest, da wir auch die Siegerehrung und Preisübergabe noch nicht terminieren können.&lt;br /&gt;
Nun denn: Die Spiele sind eröffnet. Lasst hören!</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-16T15:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5051784/">
    <title>Sommer auf der Ausgrabung</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5051784/</link>
    <description>Kaum hatte ich den Kamelhaarschlafsack auf den Ruinenfundamenten ausgerollt und den Kopf auf eine liegende Säule gebettet, stand er breitbeinig vor mir mit grimmiger Miene: der bauchig-antike Archäologe. Oh, geliebter amphorischer Besessener mit atlantischem Siegel! Ich hatte ihn sehr vermisst! Er mich aber offenbar nicht, vielmehr fand er mich vermessen, weil ich in dem Quadranten lag, den er erst am Nachmittag vermessen hatte. Wären das hier nicht Exhäuser einer versunkenen Kultur gewesen, sondern ein Parkwäldchen neben einer maroden Stadt, dann hätte ich ausgesehen wie eine Leiche im Bodybag, um die herum die Kripo rotweisse Plastikbänder um die Bäume gewickelt hatte. Der Mann hatte einfach keinen Sinn für seinen eigenen Sexappeal, wie auch, mit diesem spannenden Beruf, bei dem Frauen an Bord ziemlich hinderlich sind (mit Ausnahme der Praktikantinnen mit Lederknien und verbrannten Schultern, die die Zahnbürstenknochenfreilegungsfron klaglos erledigten für Wasser und Brot). Er sah mich gar nicht - ich war ja auch bereits in den Schlafsack geflüchtet, er hätte nur Ohren und Nase sehen können, hätte er eben hingesehen (zu meiner Ehre seis gesagt: ich habe ausnehmend wohlgeformte Ohren!). Was tust du da eigentlich?, fragte er höchst unwirsch. Nichts, sagte ich. Mich begeistern lassen von denen, die hier noch umgehen. Er meinte, das gehe nicht an. Ich solle rüberkommen ins Camp. Wenns sein muss ... Ja, und dann sassen wir am wackligen Feldtischchen, er schöpfte mir einen Blechnapf Konservenbohnen in undefinierbarer Brühe, schenkte Glühwein aus dem Thermos ein und wurde langsam wieder flätig. Zu gern hätte ich mich an den einladenden Antikbauch gedrückt. Aber mal nichts überstürzen, die Ausgrabung wird noch andere Jahreszeiten erleben. Wir wehrten Trillionen Mücken ab. Plötzlich ging die Petrolfunzel aus. Soll ich dir ein Geheimnis verraten? Diese Stadt war nie von solchen wie uns bewohnt. Es war schon immer eine Geisterstadt. Gute Nacht! Er zog den Reissverschluss des Zeltes hinter sich zu, ich seufzte entgeistert und legte mich notgedrungen ins Proviantzelt neben die Bohnenbüchsen, die ich vor lauter unerfüllter Liebe gnadenlos befurzte (mit den eigenen Waffen schlagen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(&quot;Herbst auf der Ausgrabung&quot; wird im Herbst neu geschrieben. Das war ja geradezu peinlich und unwissenschaftlich, schon gar nicht archäologisch. Weshalb ich es nicht verlinke, ta-tam!)</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-10T18:57:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5039412/">
    <title>Wo sehe ich mich in den Jahren?</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5039412/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;364&quot; alt=&quot;svalbard&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/jequetepeque/images/svalbard.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Hirnwerkzeugstörungen. Dynamischer Gesamteindruck. Keine konkrete Lebensplanung. Auch bei näherem Nachfragen keine realistischen Vorstellungen erfragbar. Inhaltliches Denken unrealistisch bzw. magisch. Hinweise auf Störungen des Zeiterlebens. Fehlender realistischer Bezug zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung. Neigung zu Ambivalenz oder auch Ambitendenz. Realitätsorientierung wechselhaft, zeitweise verzerrt. Realitätsanpassung gemindert.  Empfehlung: gleichförmige, minderqualifizierte Beschäftigung. Die Person ist ihrem Umfeld  zumutbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Best of 50+ Seiten med. Gutachten. Das Umfeld ist der Person nicht zumutbar.)</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-04T17:02:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/5015367/">
    <title>Ici la Champagne devora les Huns</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/5015367/</link>
    <description>Dieses Victor-Hugo-Zitat steht auf einer Tafel &quot;wie ein Wirtshausschild, mit lecker-buntem Schlachtengemälde&quot; zwischen Châlons-sur-Marne und Suippes, also &lt;i&gt;plus ou moins&lt;/i&gt; auf den Katalaunischen Feldern, heute ein Übungsgelände der französischen Armee. Nachdem Aetius und Attila die West- und Ostgoten und einige andere Germanenstämme hatten sich gegenseitig aufreiben lassen, verschanzten sich die Hunnen und zogen ab, nachdem Attila sicher war, dass Aetius seine Westgoten tatsächlich zurückgepfiffen hatte. Nach diesem unvorstellbaren Massaker kehrte Attila vermutlich erst zu seinem Hauptsitz zurück um neue Truppen auszuheben, bevor er in Norditalien Aquileja und eine Reihe anderer Städte schleifte. Verwundete Hunnen mit ihren Frauen aus dem mitgeführten Tross blieben in der Champagne zurück. Notgedrungen liessen sie sich als Bauern nieder: &quot;Das Dorf, das so entstand, ist das seltsamste von ganz Frankreich und wohl auch das hässlichste, ganz sicher aber das längste&quot; - eine Häuserreihe von 8km Länge, ein Kuriosum in der Champagne: &quot;Denn in den Dörfern der Umgebung drängen sich die Häuser in der grossen Ebene ängstlich zusammen wie eine Schafherde. Die Hunnen fürchteten die Ebene nicht, sie bauten ihre ersten Gehöfte unbesorgt ins Land hinaus, denn wer sollte ihnen etwas antun? Die Hunnen? Das waren sie selbst (...).&quot; - Ebenso untypisch für die Champagne seien Hochzeits- und Bestattungsbräuche. Heute nennt sich das Dorf Courtisols (gesprochen: Kurtisu). Der Archäologe Abbé Boitel schrieb im 19. Jh., dass &quot;die Leute des Dorfes einen schaurigen Hunnendialekt sprächen, den ein braver Christ und Franzose nicht verstehen könne.&quot; In der Tat konnte ein Philologe in diesem einzigartigen Patois Wortwurzeln aus mongolischen und Turk-Sprachen ausmachen. Ein weiteres Erbe war (oder ist vielleicht noch) der &lt;a href=&quot;http://www.paediatrie-in-bildern.de/modules.php?op=modload&amp;name=My_eGallery&amp;file=index&amp;do=showpic&amp;gid=116&amp;pid=606&amp;orderby=titleA&quot;&gt;Mongolenfleck&lt;/a&gt;, auch Hunnenmal genannt.&lt;br /&gt;
Das alles entnehme ich dem Buch &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Attila-die-Hunnen-Hermann-Schreiber/dp/3491961653/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1214305503&amp;sr=8-2&quot;&gt;&quot;Attila und die Hunnen&quot;&lt;/a&gt; (erstmals 1997 erschienen) des österreichischen Historikers &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Schreiber_%28Historiker%29&quot;&gt;Hermann Schreiber&lt;/a&gt;. Mit seiner Sorgfalt und seinem Mut zur Lücke scheint er mir absolut vertrauenswürdig, weder idealisiert noch dämonisiert er die Hunnen und zeigt die Ambivalenz der Quellen ungeschönt auf.&lt;br /&gt;
Ein Urlaub in &lt;a href=&quot;http://www.courtisols.fr/&quot;&gt;Courtisols&lt;/a&gt; scheint mir zwar nicht allzu verlockend. Aber nachdem ich lese, dass sich &lt;a href=&quot;http://www.courtisols.fr/?srubrique=histoire&amp;page=histoire_1&quot;&gt;die Einwohner des Dorfes energisch von den Hunnen (wie auch von den &quot;Suisses&quot;!) distanzieren, &lt;i&gt;les Huns d&apos;Attila&lt;/i&gt; ins Reich der Legende verbannen und sich auf rein gallo-römische Wurzeln berufen&lt;/a&gt;, hätte ich gute Lust, mich auf die Suche zu machen und den Dialekt der alten Leute auszuhorchen. Obwohl ich &quot;nach hundert Jahren Schulpflicht und Autoverkehr&quot; (Schreiber) wahrscheinlich viel zu spät komme. Ich für meinen Teil stehe dazu, dass ich die Hunnen romantisiere und mich über jede Spur von ihnen freue - umgekehrt hege ich den Verdacht, dass die Franzosen so sehr zum Gallierpatriotismus neigen, dass ihnen eine Handvoll versprengter Steppenbarbaren schlicht nicht ins Vorfahrenkonzept passt.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-24T10:12:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/4995352/">
    <title>Zielgeradenkoller</title>
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    <description>Bekanntlich pflege ich die Notizen aus Kangerlussuaq als eigenes Genre und dokumentiere meine Hauptarbeit nur im privaten Arbeitsjournal. Ich mache ausnahmsweise eine kleine Ausnahme, ohne jedoch das Nähkästchen auszuleeren (es ist ja ohnehin ein heilloses Fadengewirr, das niemanden ausser mich selbst interessieren könnte).&lt;br /&gt;
Zu Weihnachten stand ich bereits mit dem dritten Romanmanuskript, das ich seit meiner Entscheidung zur Langstrecke in Angriff genommen hatte, als epochaler Esel am Berg. Gut die Hälfte war in einer teils erstüberarbeiteten Rohfassung vorhanden, mehrere Fragmente des zweiten Teils dito. Ich war einmal mehr kurz davor, einen Versuch, den ich zu dem Zeitpunkt für definitiv misslungen hielt, den Kamin hinaufzubomben wie die vorhergehenden. Ein erfahrener Freund erhob Einspruch: Das ist normal! Es muss jetzt noch gar nicht funktionieren! Schreib fertig, und wenn es dann nicht funktioniert, kannst du es immer noch wegwerfen.&lt;br /&gt;
Es ist merkwürdig, dass mich das beruhigte. Es entflammte mich sogar wieder, und ich kam in den folgenden Wochen besser voran als üblich. Und jetzt, nach einem weiteren halben Jahr, habe ich einen Punkt erreicht, auf den ich mich seit der ersten Zeile gefreut hatte (in der Furcht, ihn nie zu erleben): der Textkörper liegt vor mir wie ein frisch harpunierter fetter Wal auf dem Strand - es gibt sogar jede Menge Speck wegzusäbeln, um ihn zu Tran einzukochen (der später vielleicht brauchbar oder aber ranzig wird). &lt;i&gt;Ex nullo&lt;/i&gt; - sagt man das so? - ist nur noch ein einziges Kapitel zu schreiben. Es gilt jetzt, die Einzelteile anzuordnen, zu entscheiden, was gehen und was bleiben muss und was eine völlig neue Fassung braucht - genau das habe ich mir extrem lustvoll vorgestellt. Ist es auch, nachdem ich es endlich wagte damit anzufangen.&lt;br /&gt;
Es ist sogar eine Spur leichter als ich fürchtete, da ich in meinem gesunden Pessimismus alles als &quot;fast unmöglich und übermenschlich anstrengend&quot; antizipiere. Aber das, was ich auch erhofft hatte, nämlich ein bisschen Stolz darüber, so weit gekommen zu sein und den Horizont zu erblicken, zuweilen ein zufriedenes Nicken über gelungene Passagen, das bleibt grausam aus. Es kostet mehr Mut, das Geschriebene kritisch durchzulesen als auf einem jungfräulichen Blatt von vorn anzufangen.&lt;br /&gt;
Und das alles, obwohl ich allen Grund zur Freude hätte. Ich bin trotz allen Neben-dem-Schreiben-Leben-Krisen exakt im Zeitplan geblieben, und was ich für Juli anvisiert habe, ist zum Greifen nah: die Rohfassung. Wenn mir jetzt niemand Stöcke in die Speichen wirft (allerdings eine höchst reale Gefahr derzeit), wird es tatsächlich wahr. Dass die Überarbeitung der härteste und langwierigste Teil ist, das ist mir schmerzlich bewusst, aber ich lasse mich nicht mehr aufhalten. Eine grosse Motivation ist es, inzwischen zu wissen, wessen &lt;a href=&quot;http://turmsegler.net/20080611/edition-neue-moderne-autorenverlag/&quot;&gt;Lektorensperberaugen&lt;/a&gt; ich den Packen Papier zuerst (mit einigem Zittern und grossem Vertrauen) auf den (Mahagoni?)-Schreibtisch legen werde. Gute Nacht, ich möchte nicht dabeisein!</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-15T18:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/4971563/">
    <title>Wie T. angeblich eine Million machte</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/4971563/</link>
    <description>Zuerst schrieb ich Reiseführer über Orte, an denen ich niemals gewesen war. Dann kamen die Postkarten.&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
Dann kamen die Postkarten von den Orten, über die ich geschrieben hatte, aber an denen ich niemals gewesen war. Diese Stänkertouristen erfrechten sich zu behaupten, es sei da ganz anders, als ich es beschrieben hätte, und in jenem Städtchen gebe es überhaupt kein Restaurant mit dem von mir angegebenen Namen, geschweige denn ein Gericht, das so zubereitet werde, wie ich es unter &quot;Kulinarisches&quot; auseinandergesetzt hatte. Man möchte meinen, sich an einem völlig anderen Ort zu befinden, entblödeten sich die Postkartenschreiber zu wettern, und der Grundtenor lief insgesamt darauf hinaus, dass es eigentlich &quot;dort&quot; nie so schön war wie in meinem Buch. Das war schon mal gut!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt hatte ich Postkarten von den Orten, an denen ich niemals gewesen war. Ich konnte mir für den zweiten und dritten Band und die zweite Auflage des ersten Bandes ein Bild von den Orten machen, das nicht ausschliesslich auf meine Vorstellungskraft angewiesen war. Als zweites schrieb ich also Reiseführer über Orte, an denen andere gewesen waren. Ich illustrierte sie sogar mit Postkartenschnipseln, die ich anordnete wie ich es für nötig hielt (die erste Ausgabe war nichts als absatzloser Text in 8pt Courier New gewesen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
Äch. Das ist mühsam, ich schreibs ein andermal fertig. Über die Liebesgedichte muss ich auch erst hinwegkommen. Wer glaubt, hinter meinen Methoden stecke System, der kennt mich wirklich nicht.&lt;br /&gt;
Derweil: &lt;a href=&quot;http://laermende-akademie.com/perkampus/wordpress/2008/06/04/portugiesische-galeere/&quot;&gt;Portugiesische Galeere&lt;/a&gt; im Bestiarium auf &lt;a href=&quot;http://laermende-akademie.com/perkampus/wordpress/&quot;&gt;P.-s Veranda&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-04T15:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/4965037/">
    <title>Wie T. ihre erste Million machte</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/4965037/</link>
    <description>Zuerst schrieb ich Reiseführer über Orte, an denen ich niemals gewesen war. Dann kamen die Postkarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Och, es ist spät und ich muss mir das überlegen, es herrscht gerade noch Stau wegen des Asteroiden.&lt;br /&gt;
Die Geschichte schreibe ich morgen fertig, hehee. :-)</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-01T21:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/4949941/">
    <title>Papierboote</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/4949941/</link>
    <description>Zur allgemeinen Sicherheit hatte die Stadtverwaltung die städtische Bibliothek nach ausserhalb der Mauern verfrachtet, und für verschärfte Sicherheit zudem auf der Felseninsel im Fluss in dem Gebäude untergebracht, das zuvor als Gefängnis gedient hatte. Die Gefangenen wurden generalamnestiert, waren sie doch einfache Verbrecher, sie mussten nur ihre Bibliotheksausweise vernichten und sich einer Analphabetisierung unterziehen, dann durften sie gehen. Die allgemeine Schulpflicht wurde auf ein halbes Jahr gesenkt und war nur für diejenigen Kinder und Erwachsenen obligatorisch, die durch irgendeinen dummen Zu- oder Unfall lesen gelernt hatten. Nach kurzer Zeit wähnte sich die Stadt frei, illiterat, es wurde fröhlich Sport getrieben. Es gab zwar noch ein paar Gewiefte, die in fremden Sprachen lasen, aber auch ihnen kam man bald auf die Schliche, sie wurden entweder verbannt oder zwangsanalphabetisiert. Es machten sich gesundheitliche Probleme in der Stadt breit, verursacht durch Schlafmangel. Das nächtliche Gepoltere kam von der Flussinsel. Eine Untersuchungskommission fand heraus, dass sich die Bücher in der Bibliothek fortpflanzten, bezeichnenderweise nächtens. Man flog einen Bibliomanen ein, der dem Stadtrat aus dem Stegreif erklären konnte, was vor sich ging: Bücher gehen mit Lesern ins Bett, sagte der Bibliomane, sie befruchten die Leser, und wenn man ihnen das verwehrt, fangen sie an, unter sich zu kopulieren. Sie wühlen die Seiten ineinander, lassen Tinte ineinanderfliessen, werden dann dicker und dicker, kleine Büchlein schlüpfen aus den fetten Bänden, dass die Regale krachen. Und was kann man dagegen unternehmen?, fragte der ratlose Stadtrat den Bibliomanen. Nichts, erklärte der Bibliomane. Lesen, lesen, lesen. Lieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzerhand fackelte die städtische Feuerwehr im Auftrag des Rates die Bibliothek ab. Bauingenieure sprengten die Insel im Fluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Feind gab sich nicht geschlagen. Bäume trieben weisse Knospen, die sich zu Buchseiten entrollten. Beschriebenes Papier quoll aus den Abwasserschächten. Ein Unsterblicher (man versuchte mehrmals, ihn zu erschiessen, aber er stand immer wieder auf) eröffnete eine Buchhandlung in einem bunten Kiosk, den er wie zum Hohn mitten auf dem Rathausplatz aufgestellt hatte. Auf Klopapier erschienen Schriftzeichen. Kinder tauschten heimlich in Sandkästen betextete Bilderbüchlein aus. Wo immer ein Vogel landete, blieb ein V im Staub zurück, Eidechsen fügten ein S hinzu. Gedichte stickten sich filigran in Vorhänge und Brautkleider. Heimlich arbeiteten die Dichter im Untergrund Nacht für Nacht, obwohl sie sich vor Hunger kaum noch auf den Beinen halten konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stadtrat stellte eine Sondereinheit zusammen. Heckenschützen durchkämmten die Stadt und zerrten alle Dichter aus ihren Verstecken.  In einer Reihe wurden sie an die Wand gestellt und hingerichtet. Das Volk war entsetzt: dass eine handvoll Ratten so viel Unruhe gestiftet hatte! Erleichtert kehrte man auf die Sportplätze zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Dichter wurden ausserhalb der Mauer verscharrt.&lt;br /&gt;
Beschriebenes Büttenpapier wuchs aus den Erdhügeln; Verse rankten sich um die schäbigen Holzkreuze, die man den Verbrechern zähneknirschend gewährt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leichen der Dichter wurden exhumiert, in Plastik eingeschweisst, mit Steinen beschwert und in den Fluss geworfen.&lt;br /&gt;
Weisse Papierboote stiegen vom Grund des Flusses auf und tanzten mit vollen Segeln bis ins Meer. Und da fing ihre Reise erst an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Addendum: &lt;a href=&quot;http://laermende-akademie.com/perkampus/wordpress/2008/05/24/tucholsky-treibt-allotria/&quot;&gt;Tucholsky treibt Allotria&lt;/a&gt; im Bestiarium auf &lt;a href=&quot;http://laermende-akademie.com/perkampus/wordpress/&quot;&gt;P.-s Veranda&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-26T13:08:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/4929258/">
    <title>Mein Bananenbaum</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/4929258/</link>
    <description>&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;267&quot; alt=&quot;Bananenbaum&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/jequetepeque/images/Bananenbaum.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist mein lieber Bananenbaum am Pazifik, von dem ich nicht weiss, ob es ihm auch etwas ausmacht, dass wir uns noch nicht persönlich kennen. Eine Weile lang hatte ich es mir aus dem Kopf geschlagen, und plötzlich bilde ich mir wieder ein, dass sich die Moche-Fürsten freuen würden über meine Nachbarschaft. Vielleicht kommen die Legenden und Geschichten doch noch zurück, und ich weiss nicht recht, ob ich es mir wünschen darf, wünschen soll. Man soll bekanntlich vorsichtig sein beim Wünschen. Wie viele Monate habe ich gebraucht, um mich an den Geruch von Koriander zu gewöhnen, und jetzt ist mir jede Küche ohne Koriander eine traurige Küche. Eine Küche, in der keine Meerschweine pfeifen, verdient den Namen Küche nicht.&lt;br /&gt;
Soll ich, soll ich nicht ... Vielleicht wüsste &lt;a href=&quot;http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/index/&quot;&gt;Markus&lt;/a&gt; Rat, ich sollte ihn fragen, werde ich, bei Gelegenheit. Es hat ja noch unbestimmt Zeit, derweil werde ich mich wohl x-mal umentscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine unglaubliche Stimme aus den Anden, um das Fernheimweh zu schüren: &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=xFDxWG_6uZs&amp;feature=related&quot;&gt;Luzmila Carpio, Wiñay llaqta&lt;/a&gt;. Quechua, eine Sprache, in der ich knapp gelernt habe, nach dem Weg zu fragen; wenn ich es inzwischen nicht vergessen hätte, könnte ich genau das jetzt tun: nach dem Weg fragen.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-15T20:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://jequetepeque.twoday.net/stories/4920631/">
    <title>Die Geographie meiner mittleren Jahre entordnet sich</title>
    <link>http://jequetepeque.twoday.net/stories/4920631/</link>
    <description>Meine allererste Weltkarte tauchte wieder aus dem Meer (s. auch -&gt; &lt;i&gt;Dachboden&lt;/i&gt;). Abgeschossen, ausgebleicht und vielfach gelöchert, pflegte ich doch früher interessante Orte oder Ortsnamen mit Stecknadeln zu markieren. Beispielsweise der Name meines Lieblingspegasos. Hamilton in Schottland, in Neuseeland und Australien, auf den Bermudas, viele Hamiltons in Nordamerika, Mount Hamilton, Lake Hamilton, Hamilton Island. Einige Inseln waren klein genug, um von der Nadel ins Erdinnere gestülpt zu werden. Hätte man diese Weltkarte gegen das Licht gehalten - leider fiel mir das zu spät ein - so wäre sie zur Sternkarte geworden. Zu spät: ich habe das Wasser vom Land getrennt. Habe in nächtelanger Kleinarbeit alle Kontinente und Inseln sauber ausgeschnitten. Asienafrikaeuropa und Südamerikamittelamerikanordamerika werden im Herbar gepresst, denn die Karte lagerte jahrelang gerollt. In einem dicken Umschlag parken die Inseln, Antarktis, Australien, Grönland, und eine Unzahl winzigster Landmassen oder Vulkanspitzen, auch schier mikroskopisch kleine blaue Saturnringlein - das Wasser um diejenigen Inseln, die ich früher unter die Erdkruste gestochen hatte. Ich kann das zur Nachahmung empfehlen, man muss es einmal im Handgelenk spüren, wie absurd viele winzige Inseln es gibt. Ich weiss jetzt, wo der Erdmittelpunkt liegt. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, denn seit wann hat eine Kugeloberfläche einen Mittelpunkt? Diese Handvoll Erde werde ich in die Mitte meiner neuen Weltkarte kleben. Sie wird viel grösser als das Original, ich nähe mehrere Blätter zusammen und grundiere sie aquamarin. (Ein Globus wäre natürlich besser, aber dafür fehlt mir das handwerkliche Geschick.) Warum bin ich damit noch nicht weiter? Weil ich ausser derjenigen des Erdmittelpunktes noch keine einzige Koordinate kenne. Ich will der Versuchung widerstehen, die Kontinente zu ordnen. Mehr Chaos tut not. Aber wie ich die trockenen Teile und Teilchen auf dem nassen Untergrund auch umherschiebe und auslege, bereits nach kurzer Betrachtung kann ich jedesmal ein neues Ordnungsprinzip ausmachen (es gibt grotesk viele verschiedene Ordnungsprinzipien, mehr als Inseln - allein zu behaupten, das ist ein Kontinent, das ist eine Insel, welch ein Buchhalterdenken). Ein Chaosdichter hat Recht, wenn er zu mir sagt: man spürt bei dir die Angst. Du bist noch nicht locker genug.</description>
    <dc:creator>La Tortuga</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://jequetepeque.twoday.net/topics/Botend%C3%A4mmerung&quot;&gt;Botendämmerung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 La Tortuga</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-11T14:27:00Z</dc:date>
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