Nachtexpress

24
Apr
2008

Heimsuchungen

Mein Purpur&Malvenvater lässt fragen, ob ich die Dampfmaschine vorgezogen erben wolle. Vor der sind wir Nachmittage lang mit erstaunten Kulleraugen gesessen. Ich habe mir stillschweigend Bedenkzeit ausbedungen und hoffe, dass sich mein famoser Bruder Hermes der Preziose aus der Industrialisierung unserer Kindheit annehmen wird.

24. April: Bestiarium auf der Veranda: Ganz früher war der Himmel schwarz

18
Apr
2008

Tapetenwechsel

In den Rang eines commanders aufgestiegen, navigiere ich autark. Man bombt mich aus der DIR-Raumstation. Auch oben ist ein Boden, daran müssen wir glauben. Der Rhesusaffe mit den kahlen Schultern bewahrt mein nachgezüchtetes Blut für den Fall einer Havarie. Er heisst Yo und spricht nicht viel. Seit ich im falschkartierten Orbit kreise, esse ich nur noch aus der roten und der schwarzen Tube; die Veteranen haben mich davor gewarnt. Ich löffle Radio aus Konservendosen. Mindert es denn mein bodenstationäres Ansehn wenn ich sage, dass es mir innen zu still ist? Manchmal bündelt mich die Traurigkeit zu handlichen Paketen, dann schwebe ich ans Bullauge und sehe Burgunderrochen vorübergleiten. Das tröstet mich nicht, aber es stimmt meinen Puls eine Oktave tiefer. Lass dich salben, Hüter der Flöhe, es schmerzt nicht lange. Er steht dir doch gut, dieser Hauch Cumarin. Lass dich salben, das ist kein Experiment. Immer ist alles auf Anhieb der Ernstfall. Wir tun das alles um wissen zu lernen. Willst du wissen? Ja. Und hat man dir den Preis genannt? Ja. 1 für 2. Wissen ist stets ein Verlust. Du weisst und weisst und weisst und schrumpfst und bröckelst und brichst. - "Gegen den Schuss des Hexers ist keine Würgfeige gewachsen," das las ich in einem uralten Märchenbuch, nicht gebunden, von Ahnen gerollt. Das Astronautenkleid aus Silberpapier blättert ab und drapiert sich mir um die Knie. Lodernd brennen meine Füsse. Eiskristalle wuchern zeitgeraffert mir im Haar. Willst du immer noch wissen, commander? Ja. Meine Haut ist nicht länger eine mauergeblümte Tapete.

13
Apr
2008

4 Monde

Ich bin an einem 18. geboren, die schwarze 1 stützt die grüne 8, doch irgendwann lässt bei jeder 1 die Wirkung des Nashornhornpulvers nach, und meine 8 erblaut und legt sich hin zum Sterben, dann gute Nacht!

Wir sehnen uns nach Nacht, doch so lange wir auch Wacht halten, es nachtet nie. Unser Planet wird von 2 Sonnen beschienen, von einer grossen und einer kleinen, beide erscheinen uns mittelgross, weil die Gravitation unseren Planeten, der durch die Spannung leicht schlingert, neben der Mitte hält zugunsten der kleineren Sonne. Wir sind alle fast blind und zergehen vor Sehnsucht nach Nacht.

4 Monde umkreisen unseren Planeten, der grösste ist gleich gross wie der Planet selbst (die Legende sagt, es habe Jahrhunderte gedauert, bis man sich darüber einigte, ob nun der Planet oder der gleichgrosse Mond der Planet sei; bevor das geklärt war, gab es keine Siedlungen, unsere Ahnen wohnten in Schlafsäcken), der kleinste entspricht einer geballten Männerfaust. Der 3. Mond zirkuliert andersherum als der 1., 2. und 4. Es ist ein mysteriöses Chaos, und nicht nur ist es auf unserem Planeten jederzeit Tag, es ist auch immer irgendwo mindestens einfach oder doppelt Vollmond. Den 4fachen Vollmond berechnen wir minutiös voraus, denn wenn er eintrifft, muss evakuiert werden, wir sind darin routiniert. Jeder kennt jemanden, der einen 3fachen Vollmond überlebt hat. Sie verlieren den Verstand, und sie wollen wieder und wieder, sie sind den Monden hörig.

Das Wasser unseres Planeten bewegt sich nur in Springtiden. Nur Pflanzen mit der Signatur der Monde gedeihen. Alles Gestein ist Granit. Nur Wandertiere wandern hier, die Monde versilbern Nesthocker gnadenlos. Schön aber tot.

Besucher würden glauben, es gäbe auf unserem Planeten nur Männer. So ist es jedoch nicht. Wir Frauen sind transparent, weil wir unter dem Einfluss der Monde dauermenstruieren, wir laufen aus (und nein, wir werden nie trächtig, das empfänden wir ohnehin als primitiv). Nur die Stärksten unter uns können sich auch in Unsichtbarkeit bemerkbar machen, dann aber wie, gute Nacht! Da sehnen sich die Männer nach mehr als nur Nacht.

Als mir der azyklische 3. Mond zum wiederholten Male das Innere nach aussen stülpte und das Blut mir auch noch aus den Ohren lief, gestand ich mir ein: geschlagen. Zu den Stärksten gehöre ich nicht. Ich wurmte mich durch den Abfluss, durch die Rohre, irgendwo weiter und drüben raus, Nacht! Dort war Nacht! Mondlose Nacht, das war die Erde, das ist die Erde, hier angekommen sagen die Menschen zu mir:

Du bist jemand, der das Mögliche unmöglich macht.

Ich fühle, wie die Haifischflosse an Wirkung einbüsst, bedenklich schief die 1, bald legt sich meine 8.

6
Apr
2008

Alle meine Ängstlein

streiten sich, oh weh! Eine Angst schliesst die andere eigentlich aus. Höhenangst und das Gegenteil, Klaustrophobie. Man hat mich in einen Magnetresonanztomographen geschoben, in Spitalhemd und buddhagelbem Umhang so schwer wie ein Vorhang, Füsse, Knie, Hände, Schultern, Stirn haben sie mir mit Lederriemen gefesselt, bewegungsunfähig, lebendig begraben haben sie mich!, und ich schwitzte wie ein Tier, mit der Wand der Plastikröhre wenige Zentimeter von meiner Nase entfernt und meinen Zehen so unendlich weit weg an der fernen fernen Luft. Niemand hörte mich schreien in dem ohrenbetäubenden Geknatter. Eineinhalb Stunden, die ganze Wirbelsäule rauf und runter. Ich stellte mir vor, auf dem Gipfel eines Berges zu stehen, nur deshalb blieb mein jagendes Herz nicht stehen. Auf jenem Gipfel Jahre zuvor, hatte ich da oben nicht gekotzt vor Angst? Angst vor zuvielen Menschen an einem Haufen, Angst vor Lärm, Angst vor zimperlichen Ärzten, Angst vor dem Erblonden und zunehmend auch vor dem Erblinden, Angst vor der Vollendung des Wahnsinns und Angst vor den Medikamenten dagegen, Angst vor Mollusken (Ekel ist ja die schlimmste Form der Angst, gepaart mit Hass), Angst vor dem Ekel selbst, da er mich erfahrungsgemäss ohne Vorwarnung befällt. Autophobie im doppelten Sinne, vor mir selbst und vor Autos, panisch. Angst vor sonnigen Tagen, vor dem Sommer, Woophobie und Wannophobie, ich könnte mich verirren, gut und gern, und zu spät kommen oder wie immer viel zu früh dort sein. Angst vor dem Sterben, Angst vor Unsterblichkeit. Dass bisher noch jeder gestorben sei, ist keine Beruhigung. Woher weiss man das denn so genau? Und selbst wenn, ich könnte die Erste sein, die nicht stirbt. Jede denkbare Mutation wird irgendwann einmal hervorgebracht. Angst, dass mein Flugzeug niemals abstürzt. Dass ich Sturmfluten, Feuersbrünste und Seuchenzüge verpassen könnte. Angst in die Geschichte einzugehen, unbegründet, aber sind nicht alle Ängste unbegründet. Angst vor der Angst und davor, dass ich nicht geringste Angst habe vor den meisten Dingen, die man fürchten sollte, stimmt mit mir am Ende etwas nicht.
Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh', Vogel Strauss! Schwimmen auf dem See!

6
Mrz
2008

Zwangsversteigerung

wegen Privatbankrotts und Betriebsaufgabe:

Fahrhabe: Ein potthässliches Damenfahrrad, muss abgeholt, selbst geputzt und aufgepumpt werden.
Viehhabe: ein ausgestopftes Simmentaler-Rind (Erstmelk); zwei Mastbuchten Meerschweine ("Peruvian Grace") à 30 Tiere; ein Gummibaum, leicht nekrotisch.
Ökonomiegebäude: ein Festkeller, brandneu, nie gebraucht!! Jedoch nur eine Steckdose.
Anorganisches Material: 1 unterer linker Eckzahn, neuwertig.
Organisches Material: Eine Niere (links oder rechts nach Wahl), ca. mickrige 40'000km auf dem Tacho, leicht kaffeefleckig, ansonsten einwandfrei.
3/4 Leber, praktisch unzirrhotisch, nicht vergrössert, aber leicht veregelt (Fasciola hepatica).
Eine 6er Schachtel Embryonen in flüssigem Stickstoff, 5 davon keimfähig, genetische Klasse III.
Jenseitskrempel: Eine Seele. Fast gratis abzugeben. Für ein Trinkgeld.

Das beste Stück auf dem Platz ist ohne Zweifel der Gantrufer. Er ist - zum ersten, zum zweiten - unveräusserlich.

28
Feb
2008

Adel und der Preis dafür

Ich wünsche mir, klagte die Schildkröte, für unzurechnungsfähig erklärt und entmündigt zu werden, damit ein Vormund meine Buchhaltung bändigt und die Steuererklärung aus meinem Sichtfeld räumt. Überhaupt zu erblinden, um die Kontoauszüge nicht zu sehen und schon gar nicht das Leid auf allen Kontinenten. Ich möchte einmal nach Strich und Faden verlassen werden, um mich nicht schuldig zu fühlen für all die Scherben in meinem Kielwasser. Wer partout nicht aus eigenem Antrieb gehen mag, soll mich wenigstens schlagen und auf alle ausgekochten Arten demütigen. Ich bliebe bei meinem Peiniger, weil ich keine Wahl hätte, ginge es mit rechten Dingen zu im determinierten Universum. Überhaupt wäre es erhebend, ein Opfer zu sein, strahlend unschuldig und glorios, mit dem Hut umgehen und das Mitleid der Gaffer einsammeln. Gern wäre ich noch dümmer und unwissender, als ich es ohnehin schon bin. Ich ginge nicht mehr an die Urne und gäbe unumwunden zu, dass ich auch zuvor nicht wusste, wen ich eigentlich wähle und wie tief das Grab ist, das ich uns allen schaufle. Welche Ehre wäre es mir, angeklagt und vor Gericht gestellt zu werden, damit Seine Ehren ein unverdientes, überrissen grausames Urteil über mich verhängt. Im Gefängnis müsste ich nicht selber kochen. Ich bin versucht, einen Berufskiller auf mich anzusetzen. Ja, das will ich, peinlich und untragbar sein, austicken auf offener Strasse oder einfach irgendwie zu Tode kommen, ohne dass ich dafür eine durchdachte, wohl abgewogene, ethisch vertretbare Entscheidung treffen müsste. Ich will nicht mehr länger schuld sein an meiner Erschöpfung, ich will, dass alle anderen schuld sind, ich will mich nicht wehren können, mich nicht rechtfertigen oder entschuldigen müssen, überhaupt nichts müssen, ich will auch nichts mehr wollen und nichts nicht wollen, ich will nicht weiter entscheiden!

So so, murmelte das Kamel. Willst du das. Wozu du deinen Panzer hast, musst du selbst entscheiden. Jawohl, entscheiden!

Was ist das, fragte die Schildkröte, dies riesige Dunkel, das auf deinem einzigen Höcker sitzt (denn eigentlich bist du ja ein Dromedar), diese Fratze mit dem fiesen Grinsen, die so schwer wirkt, als ob sie deinen geduldigen Höcker konkav in deinen Leib eindellte?

Kannst du es dir nicht denken, brummte das Kamel.

Ich bin es auch müde, sprach die Schildkröte, fast unhörbar leise, immer und immer Fragen zu stellen, ich mag nicht mehr zum Fragen verpflichtet sein, aber ich frage dich trotzdem noch dies eine Mal. Quäl mich nicht und rücks raus, stures Trampeltier.

Was es ist? Was es ist, fragst du! Es ist die Verantwortung auf meinem Buckel, die mich zum Wüstenemir adelt.

12
Feb
2008

Frühjarsdepression entlarvt

Als hätte Jemand den Schalter umgelegt: mürbe Sonne tagelang, über der Käseglocke und ohne die Bise zu entschärfen; ohne Wolken verliert jeder vernünftige Mensch die Orientierung. Abends ist es viel zu lange hell und morgens viel zu früh. Man müsste zentnerschwere Vorhänge kaufen, um das durchzustehen; das Haus verlässt man nur im äussersten Notfall, schliesslich ist man ja nicht krank. Die entsetzlichen Vögel kehren aus dem Norden zurück, wo sie dauerhaft hingehörten, ginge es mit rechten Dingen zu, es ist unerträglich, ihnen zuzuhören. Selbiges gilt für Stöckelschuhe, laute Schuhe überhaupt, dieses Geräusch weckt Mordlust, seit man sich erinnern kann. Appetitlosigkeit gepaart mit ziellosem Fressen, was zu ständiger Übelkeit führt. Schwierige Lebensumstände sind keine hinreichende Erklärung, nicht annähernd, denn die hatte man auch im Winter, in dem man guter Dinge war. Hauptsymptom: die Verwechslung von Ursache und Wirkung. So dass man sich nach suboptimalen Dauerzuständen zurücksehnt, nur weil dumpfe Gewohnheit etwas Sicherheit verspricht. Ängstliches Festhalten an allem Möglichen oder Unmöglichen, und wenns noch so wabblig ist, trügerische Stabilität, die Augen verschliessen, sobald man wieder ins Leere greift. Weinerlichkeit bis zum Einnässen des Brustlatzes. Belästigung der Freunde mit alten, unverständlichen Liedern (... dass sie überhaupt noch da sind!), sofern man sich dazu noch aufraffen kann. Die Verschärfung der flankierenden Massnahmen zur Verhinderung von Kurzschlüssen, darin hat man längst Erfahrung, immerhin hat man noch viel Nutzloses zu erledigen. Alle Jahre kommt es unfehlbar wieder, das war schon so, als man noch nicht mal in den Kindergarten musste. Ängstlich wartet man darauf, lässt sich langsam daran hinunter ins Inferno, begrüsst es wie einen antiken, ebenbürtigen, nein überlegenen, Feind. Selbsterfüllende Prophezeiung? Keine Entlarvung, das wäre zu hoch gegriffen. Das einzige, was man in aller Gründlichkeit durchschaut: die Verwechslung von Ursache und Wirkung. Sinnlos, in einem akausalen Universum! Ha! Es ist eben der Preis, den man bezahlt. Wofür, das wird man - es ist ungerecht - niemals erfahren. Später bleibt nur der Stolz, dass man es einmal mehr ausgehalten hat. Noch einmal und noch einmal. Für jedes ausgehaltene Mal sollte man sich ein Mal in ein weithin sichtbares Stück Haut brennen. Wie weit ist es eigentlich noch? Was kann man derweil tun? Verbissen (lustlos, wertlos) arbeiten und niemals aufhören, nach dem Land zu fahnden, in dem es immer November ist.

10
Feb
2008

Was es hiesse

Ich hatte sie auf einer Parkbank liegengelassen, wie einen Mantel, einen Schirm, einfach vergessen, meine Angst, obwohl es doch regnete. Lang ist das her, und nun plötzlich steht sie wieder hinter mir. Es hat Momente gedauert, bis ich mich erinnern konnte, überhaupt jemals eine Angst besessen zu haben. Du hast mich ausgesetzt, sagt sie, vorwurfsvoll, wolltest mich loswerden, abhängen, hahaa!, dachtest du dir so, aber einmal Angst, immer Angst! Einen Hund kann man aussetzen, ein Kind, aber keine Angst. Du hast die Wahl, nimm mich, oder ... Ich habe nie eine Angst gehabt, ich habe keine Angst, bin angstlos, angstfrei, zieh Leine, du bist nicht meine Angst, sage ich, meine Angst verbergend, aber die Stimme verrät mich. Such dir einen anderen Herrn, geh zur Hölle, ich kann mir dich nicht leisten, andere mögen Ängste haben, mir ist eine Angst zu teuer. Womit sollte ich dich füttern? Es ist wahr, dass ich selbst mich nicht erinnere. Die dünne Haut am Hals ist es, die es noch genau weiss; die Schlagader wird ganz schmal und klemmt sich zwischen Luft- und Speiseröhre. Du entkommst mir nicht, lacht meine Angst, nach Hause jetzt in meine Arme, falle, biege, beuge dich!, lass mich saugen!, sie züngelt an meinem Nacken, und ich bin zu feige, mich umzuwenden, zu müde wegzulaufen, zu zahnlos, um zurückzublecken. Habe nicht einmal das Rückgrat zu erstarren. Ich kann nur beten, dass niemand zusieht, während mich meine alte Angst das Fürchten lehrt. Das hiesse, mir Liebe zu erweisen: sich lautlos von mir abzuwenden.

6
Feb
2008

Jedesmal die Verwunderung

darüber, dass der Zug einen immer wieder genau dahin zurückbringt, von wo aus man losgefahren ist. Und dass man sich nicht erinnern kann, ob man ein Jahr lang weg war oder überhaupt nicht. Und dass es immer wieder Blaise Cendrars ist, der einem unterwegs gegenüber sitzt und unfehlbar weiss, ob der Halt an einer unbestimmten Station für eine Zigarette ausreicht oder nicht. Nous ne voulons plus être tristes. C'est trop facile. Sagt er! Ich dagegen bin diejenige, die den viel zu dünnen Railbar-Kaffee verschüttet.

15
Jan
2008

Lesenskrise

Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass es auch mich treffen könnte: nach und nach kommt mir jeder Lesensmut abhanden. Noch nie war das Lesen für mich so freudlos. Es ist eine veritable Qual, mich durch die Seiten zu baggern, ich bin schon froh, wenn ich ein paar Absätze am Stück schaffe. An den Büchern liegt es bestimmt nicht, ich liebe sie so wie immer (die Dichter sowieso) und sie mich (die Dichter eher nicht). Sie (die Bücher) rufen nach mir, wollen Zeit mit mir verbringen, mich in den Arm nehmen (oder auf den Arm), ich aber, ohne es zu beabsichtigen, weise sie grob zurück. Nun stapeln sie sich in einer Ecke und lassen resigniert die Umschläge hängen. Was ich mit meiner Lesenszeit mache, kann ich nicht genau sagen, sie verstreicht einfach und danach bleibt nur immer die Frage, was ich eigentlich gemacht habe. Bin ich krank? Was ist mit mir los? Ich will ja lesen, mit aller Kraft, aber es geht nicht, mein Kopf klemmt. Ein Arzt würde mich bestimmt nur auslachen. Als Nichtleser wäre ich schliesslich dem Bevölkerungsdurchschnitt näher und damit aus medizinischer Sicht geradezu normal, also kerngesund. Niemand versteht mich! Ich kann so nicht weiterlesen! Ich nehme mir das Lesen!

Zwischendurch glimmt ein Funke Lesenshoffnung auf. Magdalena und der namenlose Schlaflose sorgen derzeit dafür, dass der Lesensfaden nicht ganz reisst.

(Im Ernst: ich bin BEUNRUHIGT! Das ist mir noch nie passiert, ich hoffe es geht rasch vorbei und kommt nie wieder, lieber wäre ich für den Rest des Lebens verstopft, es tut nämlich WEH!)
Pituffik

Notizen aus Kangerlussuaq

Das Postamt, der Atlas, die Seekarten.

Tritt ein, lieber Gast, der Hund ist tot. (Aber den Wein musst Du bringen.)

Du bist nicht angemeldet.

Zugehör

Anlaufstelle für Dichter und Mäzene:

U. T. Rossel Escalante Sánchez clandestin0 primatenschwanz mixmail.com (Das vermeintliche O ist eigentlich eine 0, ein vedisches K0sm0s-Ei.)

Eilbriefkasten

Gerne. ;) LG tinius
Gerne. ;) LG tinius
tinius - 19. Mai, 20:48
Es wäre doch etwas...
Es wäre doch etwas zuviel der Ehre, mich in all...
La Tortuga - 19. Mai, 20:05

*****

Auf dem Nachttisch


Vincent Virga and The Library of Congress
Cartographia: Mapping Civilizations




Janet Frame
Faces in the Water




Julio Cortázar
Rayuela

In der Post wühlen:

 

Hohler Stein steht den Tropfen.

Online seit 732 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 19. Mai, 20:48

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