Extremes Altern ohne anti-ageing
Vor einer Weile eins dieser Gespräche, die noch lange nachhallen: mein Vater und ich waren uns einig, dass Unsterblichkeit zwar unerträglich wäre, aber dass ein paar hundert Jahre Lebensspanne doch angemessener wären angesichts der Unmenge Wissens, die man sich aneignen und dann auch geniessen möchte.
Aber stell dir vor, gab mein Vater zu bedenken, diese Nekrose würde im selben Tempo fortschreiten wie jetzt in unseren Leben! Wie sähe ich denn mit 300 Jahren aus!, ich würde mich furchtbar schämen, wenn du mich besuchst.
Du könntest einen Wandschirm aufstellen, durch den wir halt reden würden, wenn du mir den Anblick nicht zumuten magst, sagte ich. Doch dann fiel mir siedend heiss ein: ich sähe ja bis dahin genauso übel aus wie du, denn ich wäre selbst schon an die 270!
Eigenartig, wie wir mit der Zeit die eigenen Eltern einholen, ja fast überholen. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Zeit noch zigfach relativer ist, als wir sie uns vorstellen. Je älter wir werden, umso schneller scheint uns die Zeit zu verfliegen (es könnte sein, dass es nicht nur so scheint), jeder über 18 bestätigt das. Das Kindindividuum nimmt mit zunehmendem eigenen Tempo die Zeit der Elternindividuen langsamer wahr (vielleicht ist sie langsamer); die Zeit passt sich wie Gummi dem subjektiven wie dem "objektiven" (Vorsicht, das ist nicht!) Beobachtungspunkt an. Wobei ein Beobachter, dessen Existenz per definitionem eine objektive Perspektive voraussetzt, nur ein Hilfskonstrukt ist. Die Zeit wirft, wenn überhaupt, in uns Blasen. Oder rund um uns, als Zeitaura, oder zwischen mehreren von uns wie ein Pingpongturnier. Wir können sie bestenfalls so biased wahrnehmen wie die Gase im Gedärm. Nur die Messung der Zeit tickt immer und für alle gleich schnell, oder besser, die zerfallenden Atömchen. Die Zeit selbst hat gar keine Geschwindigkeit. Sie ist mehr so ein Fluidum (oder eben eine Blähung).
Addendum, ein herziger Witz: stehen der 121-jährige Vater und die 119-jährige Mutter am offenen Grab ihres soeben verstorbenen 93-jährigen Sohnes. Flüstert der Vater unter Tränen: "Der Junge war von Anfang an ein Kümmer, ich hab dir doch gleich gesagt, dass wir ihn nicht durchbringen!"
Aber stell dir vor, gab mein Vater zu bedenken, diese Nekrose würde im selben Tempo fortschreiten wie jetzt in unseren Leben! Wie sähe ich denn mit 300 Jahren aus!, ich würde mich furchtbar schämen, wenn du mich besuchst.
Du könntest einen Wandschirm aufstellen, durch den wir halt reden würden, wenn du mir den Anblick nicht zumuten magst, sagte ich. Doch dann fiel mir siedend heiss ein: ich sähe ja bis dahin genauso übel aus wie du, denn ich wäre selbst schon an die 270!
Eigenartig, wie wir mit der Zeit die eigenen Eltern einholen, ja fast überholen. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese Zeit noch zigfach relativer ist, als wir sie uns vorstellen. Je älter wir werden, umso schneller scheint uns die Zeit zu verfliegen (es könnte sein, dass es nicht nur so scheint), jeder über 18 bestätigt das. Das Kindindividuum nimmt mit zunehmendem eigenen Tempo die Zeit der Elternindividuen langsamer wahr (vielleicht ist sie langsamer); die Zeit passt sich wie Gummi dem subjektiven wie dem "objektiven" (Vorsicht, das ist nicht!) Beobachtungspunkt an. Wobei ein Beobachter, dessen Existenz per definitionem eine objektive Perspektive voraussetzt, nur ein Hilfskonstrukt ist. Die Zeit wirft, wenn überhaupt, in uns Blasen. Oder rund um uns, als Zeitaura, oder zwischen mehreren von uns wie ein Pingpongturnier. Wir können sie bestenfalls so biased wahrnehmen wie die Gase im Gedärm. Nur die Messung der Zeit tickt immer und für alle gleich schnell, oder besser, die zerfallenden Atömchen. Die Zeit selbst hat gar keine Geschwindigkeit. Sie ist mehr so ein Fluidum (oder eben eine Blähung).
Addendum, ein herziger Witz: stehen der 121-jährige Vater und die 119-jährige Mutter am offenen Grab ihres soeben verstorbenen 93-jährigen Sohnes. Flüstert der Vater unter Tränen: "Der Junge war von Anfang an ein Kümmer, ich hab dir doch gleich gesagt, dass wir ihn nicht durchbringen!"
La Tortuga - 21. Okt, 22:16


