U. T. Rossel Escalante Sánchez

1975 zu früh in einen späten Schneesturm hineingeboren. Wächst im Schatten von Jakobshübeli und Rabenfluh und unter den schützenden Ecktürmen des Schlosses, das um 1190 von Berchtold V. von Zähringen erbaut wurde, unauffällig heran. 1978 entwickelt sie eine merkwürdige Obsession für falschbunte Magnetplastikbuchstaben. 1980 orale Poesie politischen Inhalts, langweilig endgereimt. 1982 tappt sie in die Falle der Briefstellerei; beginnt mit A, Ä, Ö und Ü, später kommen ein paar verschämte Konsonanten hinzu. Den Minnebrief pflegt sie bis dato als Kunstform. 1986 erscheint der erste (Genre-)Roman nicht, obwohl er doch fertiggestellt ist. Immer öfter läuft sie in den folgenden Jahren in die oszillochromen Zeitlöcher hinein, die sich unterwegs allerorten auftun. 1998 dreifacher Genickbruch. 2001 setzt sie sich durch Selbstanzündung auf jener Feier, auf der sie ihr ermogeltes Diplom erhält, in flammende Szene. Nun schimpft sie sich Eidg. Dipl. Ing.-Agr. ETH, was aber mehr über den Zustand des Landes als über sie aussagt. Noch lange hält sie hinter dem Berg. Fortan schreibt sie im Dienste des Graslandes und der Fleischrinder und geniesst die real stattfindenden Heimatromane. 2006 schwinden ihre übermenschlichen Kräfte zusehends, sie muss das Brothobby definitiv an den Nagel hängen. Der Tod fuchtelt mit der Sense; aber sie kommt nochmal! Am 25. September 2006 wird sie weitab eines Spanischen Dorfes gegen den Wind geboren. Endlich nimmt sie ihren wahren Auftrag in aller Demut an; sie besteigt das Schlachtross und gürtet die Feder. Immer schlägt sie ihre Schlachten hart an der Datumsgrenze in unechter Zeit, und Teufel auch, sie führt eine scharfe Klinge. Am 2. November 2007 wird sie in einer anderen Stadt von einem Meister der Poetischen Arkana in die Mysterien der Poesie initiiert. Baldmöglichst empfängt sie die Musenweihen auf dem Helikon; nur kriegt sie verflucht nochmal die Kohle für die Pilgerreise nicht zusammen. (Zehnten aus der Schweiz bitte auf PC 30-105458-9 überweisen; für Zehnten aus anderen Auslanden bemühen Sie bitte den Mailkontakt. Vergelts LOGOS!)
Preise:
2007: Nominierung Literaturwettbewerb "einseitig 07" des Deutschen Seminars Basel
2008: Literaturpreis der FAW Hamburg (Näheres im Oktober)
Publikationen:
Juli 2008: "Schwarze Galle. Das Sterben der Schildkröten" in: spa_tien, Heft 6
September 2008: "Die Geleisebauer" bei Lesefutter, 72. Auflage
T. anderswo zu Gast:
Juli 2008: Rezension von Benjamin Stein zu "Schwarze Galle. Das Sterben der Schildkröten"
September 2008: "Cierto Cansancio" von Pablo Neruda, T. liest beim Turmsegler (Benjamin Stein)
September 2008: in|ad|ae|qu|at (Christiane Zintzen)
September 2008: Hanging Lydia (Markus A. Hediger)
La Tortuga - 19. Mai, 14:26
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